Alina veröffentlichte etwas Neues
Hallo, ich mache grade den Abgrenzungskurs und in Modul 3 sagen Steffi und Lukas, dass Kränkungen mit der Person zu tun haben, die sie empfindet. Das fällt mir schwer so komplett anzunehmen und ich wollte gerne mit euch darüber reden, ob es mein Thema ist oder ob ihr es auch so seht. Wenn mich eine Person kränkt (beleidigt, verletzt, ausgrenzt etc.) und ich mich dadurch gekränkt fühle, offenbart das dann eine alte Wunde, die ich mir angucken sollte oder kann es nicht auch sein, dass sich die andere Person in seinen Worten/Taten einfach fehlverhalten hat? Das ist sehr generisch, ich weiss, aber ich hoffe, ihr versteht trotzdem was ich meine. Liebe Grüsse
Paul, Annalena (Moderatorin) und Sebastian4 KommentareIch glaube das ist anders gemeint. Ich hab eine Freundin die kann nicht zu nehmen, sie isst den ganzen Tag und nichts passiert. In der Schule haben sie viele für Magersüchtig gehalten (da hat sie richtig Probleme mit Lehrern bekommen). Noch heute ist sie zu tiefst verletzt wenn jemand eine Bemerkung über ihr Gewicht macht, auch wenn es nur so im Spaß ist. Sie arbeitet als MFA und da sagen die Alten auch oft “Ach Kindchen bei nächsten mal bring ich dir was zu essen mit” , oder so was wie “du solltest mehr essen”. Ich denke das es eher so gemeint ist.
LG Melanie
1Liebe Alina,
vielen Dank für deinen Beitrag und deine ehrliche Rückmeldung – genau solche Gedanken und Fragen machen den Kurs lebendig und helfen uns allen, tiefer zu reflektieren.
Dass dir dieser Punkt schwerfällt, ist absolut nachvollziehbar. Die Aussage, dass Kränkungen „mit einem selbst zu tun haben“, kann schnell wie eine Schuldzuweisung an die gekränkte Person wirken – vor allem, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen wird oder sehr absolut klingt. Deshalb finde ich es sehr wertvoll, dass du da genauer hinschaust.
Die Idee hinter dieser Aussage ist nicht, dass verletzendes Verhalten „okay“ ist oder dass die Verantwortung komplett bei der betroffenen Person liegt. Vielmehr geht es darum, wie tief uns etwas trifft – und warum. Eine Kränkung kann beides sein:
– Ein objektiv verletzendes Verhalten, das klar benannt und abgegrenzt werden darf, und
– Ein Resonanzraum in uns selbst, der anspringt, weil da vielleicht schon eine alte Wunde, ein Thema oder eine innere Unsicherheit liegt.Beispiel: Wenn jemand dich ausgrenzt oder abwertet, ist das nicht in Ordnung – Punkt. Aber wenn du dadurch besonders stark ins Wanken gerätst, könnte das gleichzeitig etwas mit früheren Erfahrungen zu tun haben, in denen du dich vielleicht schon einmal so gefühlt hast. Und genau da setzt das Kurskonzept an: Die andere Person trägt Verantwortung für ihr Verhalten – du darfst aber Verantwortung dafür übernehmen, was das Verhalten in dir auslöst und was du daraus machst.
Also: Nein, du bist nicht „allein schuld“ an deiner Kränkung. Aber ja, du hast die Möglichkeit (und die Freiheit), dir liebevoll anzuschauen, was dich daran so tief trifft – und warum. Das bedeutet auch, dich nicht über den Schmerz zu definieren, sondern über deine Fähigkeit, damit bewusst umzugehen.
Ich hoffe, das hilft dir, die Perspektive im Kurs etwas weicher zu sehen. Und natürlich darfst du weiterhin skeptisch sein – genau dafür ist dieser Raum da.
Herzliche Grüße
Annalena aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀2@annalenaa Danke für die hilfreiche Antwort 🙏🏼
1@alinahe Sehr gerne!