Summer veröffentlichte etwas Neues
Bei mir Ankommen - Ruhe spüren
Ich befinde mich aktuell in einer sehr belastenden Trennungssituation. Mein Mann hat sich vor etwa fünf Wochen von mir getrennt, nach einer Phase von mehreren Monaten, in denen er sich zunehmend emotional zurückgezogen hat. Unsere Ehe besteht erst seit etwa acht Monaten, insgesamt sind wir seit ca. drei Jahren ein Paar gewesen. Wir haben gemeinsam fünf Kinder betreut – meine zwei Kinder leben dauerhaft bei mir, seine drei Kinder im Wechselmodell. Er ist inzwischen ausgezogen.
Es war zu Beginn alles sehr leidenschaftlich. Er ist relativ schnell mit seinen Kindern in mein Haus eingezogen. Für mich war diese Beziehung die erfüllendste meines Lebens, ich habe ihn als meinen Traummann erlebt und wollte mit ihm alt werden. Für mich – nach seinen Worten auch für ihn – war es ein FÜR IMMER.
Nach ca. einem Jahr Beziehung, als wir gerade meine Scheune zum Wohnraum umbauen wollten, hat er sich für einen Auszug entschieden und hat sich über zwei Monate hinweg emotional abgewandt – jedes Gespräch war zu viel. Damals ‘kam er zurück” und erklärte mir, dass er denkt, er leide unter depressiven Phasen. Das hat mich dazu bewogen bei ihm zu bleiben. Er wollte sich damals um Therapie kümmern – nach kläglichen Versuchen verlief dies im Sande.
Kurz darauf machte er mir im Frühjahr 25 einen Heiratsantrag der romantischer nicht hätte sein können. Wir kauften auf seinen Wunsch hin ein größeres Haus im Ort, heirateten im Sommer, ich reduzierte meine Stunden aufgrund der Kinderbetreuung. Vier Monate nach der Hochzeit begann er dann wieder sich emotional zurückziehen. Letztendlich hat die Eheberatung nach der zweiten Sitzung die Beziehung für ihn beendet.
Die Trennung ist für mich emotional sehr schwer zu verarbeiten. Ich leide unter starkem Schlafmangel, da ich nachts kaum zur Ruhe komme. Insgesamt habe ich das Gefühl, mich in einem dauerhaften inneren Ausnahmezustand zu befinden.
Besonders schwierig ist für mich das Gefühl, dass ich scheinbar in einer Illusion gelebt habe, mich total in ihm getäuscht habe. Hinzu kommt, dass ich den Eindruck habe, dass es ihm mit der Trennung scheinbar sehr gut geht. Das verstärkt mein Gefühl von Ungleichgewicht und meinen Schmerz zusätzlich und triggert mein schlechtes Selbstwertgefühl.
Ein Teil von mir hofft noch, dass er zurückkommt und erkennt, was er verloren hat, während ein anderer Teil beginnt zu verstehen, dass die Beziehung so nicht tragfähig war und ich ihn eigentlich nicht mehr zurücknehmen möchte.
Zusätzlich stehen organisatorische und rechtliche Themen im Raum (z. B. Ehevertrag, finanzielle Klärungen, Hausverkauf bzw. Wohnsituation). Ein Umzug in mein altes Haus steht bevor, was mich zusätzlich belastet und emotional überfordert.
Ich habe große Angst, in diesem Zustand „stecken zu bleiben“ und nicht aus dem Schmerz herauszufinden. Es fühlt sich teilweise so an, als würde es nicht besser werden, sondern eher schlimmer. Ich erlebe mich als stark belastet, erschöpft und emotional instabil, obwohl ich gleichzeitig versuche, für meine Kinder da zu sein und meinen Alltag aufrechtzuerhalten.
Rückblickend hätte ich an mehreren Stellen merken können, dass “etwas mit ihm nicht stimmt”. Auch bereits zu Beginn. Manches hab ich damals auch angesprochen. Zb dass er noch mit seiner damaligen Frau unter einem Dach lebt, gemeinsames Konto, gemeinsame Kinderbetreuung stattfindet und beide noch nicht über Scheidung nachgedacht haben. Ich habe und wollte ihm einfach vertrauen. Ich wollte ihn auch nicht verlieren…Nun hab ich mich selbst verloren.
Ich wünsche mir Hilfe dabei, mit dieser Beziehung abzuschließen und aus diesem intensiven emotionalen Zustand herauszufinden. Mein eh schon angeknackster Selbstwert hat sehr gelitten. Ich möchte wieder Vertrauen in das Leben/Partnerschaften finden und langfristig wieder zu innerer Ruhe und Klarheit zu kommen.
Liebe Grüße 😊
Rennmouse1 KommentarLiebe Summer,
In deinen Zeilen spüre ich sehr viel emotionale Belastung, Enttäuschung und auch Trauer darüber, dass sich die Beziehung, die sich zuerst so erfüllend und richtig angefühlt hat, so abrupt geendet hat. Du hattest diesen großen Wunsch nach einer stabilen, liebevollen Partnerschaft und ihr hattet gemeinsame Zukunftspläne. Gerade deshalb kann sich ein Beziehungsabbruch besonders erschütternd anfühlen. Du blickst auch zurück und erkennst ein Hin und Her, Phasen von Rückzug und Momente, in denen du manches bereits gespürt oder angesprochen hast. Du beschreibst es als eine „Illusion“, in der du gelebt hast, indem du diese Signale damals zur Seite geschoben hast. Das kann stark am Vertrauen rütteln, einerseits generell in Partnerschaften, andererseits auch in dir selbst. Für mich scheint sich in deiner wiederkehrenden Hoffnung auch zu zeigen, wie groß dein Wunsch nach Verbindung ist und wie wichtig dir diese Beziehung war. Ein Teil von dir wünscht sich noch, dass er zurückkommt und erkennt, was er verloren hat und gleichzeitig gibt es bereits einen anderen Teil, der spürt, dass diese Beziehung dich sehr erschöpft hat und du dir eigentlich Ruhe, Stabilität und Verlässlichkeit wünschst. Beides darf gleichzeitig da sein.
Was du beschreibst, klingt insgesamt nach einer enorm belastenden und erschütternden Erfahrung, die nicht nur die Beziehung selbst, sondern auch Zukunftspläne, Vertrauen und ein Stück Sicherheit ins Wanken gebracht hat. Dass dein Nervensystem gerade im Dauerstress ist, du kaum schlafen kannst und dich emotional im Ausnahmezustand erlebst, wirkt vor diesem Hintergrund sehr nachvollziehbar. Vielleicht kannst du dich immer wieder fragen: Was hätte die Version von dir gebraucht, die damals so große Angst hatte, ihn zu verlieren und wie kannst du beginnen, heute liebevoller an ihrer Seite zu stehen?
Und du musst da nicht alleine durch. Gerade bei der Intensität deiner Gefühle, dem Schlafmangel, dem inneren Ausnahmezustand und dem Verlust von Vertrauen kann psychotherapeutische Unterstützung sehr hilfreich sein. Ein geschützter Raum, in dem du deine Gefühle sortieren, die Dynamik der Beziehung besser verstehen und Schritt für Schritt wieder Stabilität entwickeln kannst, kann ein wichtiger Anker in dieser Zeit sein. Deshalb würde ich dir auch ans Herz legen, dir zusätzlich eine individuelle Unterstützung in Form einer Psychotherapie als Möglichkeit anzuschauen. Erstmal ist es der richtige Schritt, dass du hier bist und du so stark bist, dich hier zu zeigen und den Weg zu dir wieder finden willst. Ich wünsche dir alle erdenkliche Stärke für den Kurs.
Liebe Grüße
Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀1