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      vor 4 Tagen

      Endlosschleife durchbrechen

      Hallo

      Ich bin seit 20 Jahren mit einem Mann zusammen, mit dem es seit 10 Jahren nicht mehr gut klappt. Im Verlauf der Zeit hat sich eine Dynamik entwickelt, die immer mehr ein frühkindliches Trauma von mir getriggert hat. Die Dynamik hat sich mittlerweile sehr festgefahren. Ich merke, dass mein Mann viele gute Entwicklungsschritte gemacht hat, ich jedoch in meiner “Rolle” gefangen bleibe. Deshalb mache ich den Kurs für Beziehungsabhängigkeit jetzt. Es ist aber schwierig für mich. Ich kann mich sehr gut analysieren, aber wenn es dann um Situationen geht, in denen sich meine Ohnmachtsgefühle bemerkbar machen, fühle ich mich wie ferngesteuert – und all die Wahrheiten aus meiner Verstandesebene sind dann wirkungslos. Die Gefühle überrollen mich dann regelrecht. Aber ich habe gerade erst mit dem Kurs begonnen und hoffe, dass ich da mit der Zeit etwas Gutes bewirken und meine Ohnmacht selbst regulieren kann.

      Annalena (Moderatorin)
      1 Kommentar
      • Hallo,

        erst einmal: Es klingt, als würdest du sehr ehrlich und reflektiert auf eure Dynamik schauen und das ist alles andere als selbstverständlich. Viele Menschen merken zwar, dass etwas nicht stimmt, kommen aber nie an den Punkt, die eigenen Muster so klar wahrzunehmen wie du es beschreibst.

        Dieses „Ich verstehe alles im Kopf, aber in den entscheidenden Momenten übernimmt etwas anderes“ erleben viele Menschen mit frühen Verletzungen oder alten Bindungsmustern. In Trigger-Situationen reagiert das Nervensystem oft schneller als der Verstand. Dann geht es nicht mehr um Erkenntnis, sondern um einen sehr alten inneren Alarmzustand. Dass sich das „ferngesteuert“ anfühlt, zeigt, wie tief diese Muster verankert sind.

        Ich finde gut, dass du dir Zeit gibst und nicht erwartest, nach wenigen Kurseinheiten schon anders reagieren zu können. Solche Ohnmachtsreaktionen entstehen meist über viele Jahre – entsprechend braucht auch das Umlernen Zeit, Wiederholung und vor allem Mitgefühl mit sich selbst.

        Vielleicht hilft dir der Gedanke:

        Der Moment, in dem du bemerkst „Ich bin gerade getriggert“, ist oft schon Teil der Veränderung. Selbst wenn du dich noch nicht anders verhalten kannst. Wahrnehmung kommt häufig vor Regulation.

        Ich wünsche dir, dass du im Kurs nicht nur Werkzeuge lernst, sondern auch zunehmend Sicherheit in dir selbst entwickeln kannst. Und dass du dir erlaubst, kleine Schritte ebenfalls als Fortschritt zu sehen.

        Liebe Grüße

        Annalena aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

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