Lion veröffentlichte etwas Neues
Mich selbst verloren: emotional abhängig von der "vermeidenden" Traumfrau
Meine letzte Beziehung wurde urplötzlich und unerwartet für mich von meiner (Traum-)Partnerin beendet. Sie lebte von ihrem 25 Jahre älteren Mann (75 Jahre) getrennt, welcher seit sehr langer Zeit schwerkrank und bettlägerig war und den sie bereits jahrelang gepflegt hatte. Unsere gemeinsamen 1,5 Jahren waren schön, leicht und voller Lebensfreude, jedoch nicht ohne Herausforderungen, da ihr Mann täglich mehrmals anrief, um “mit den Kinder zu sprechen”. Eigentlich wollte er von seiner Frau nicht loslassen und uns kontrollieren. Meine Partnerin fiel es zudem schwer, ihm gegenüber Grenzen zusetzen. Sie haben zwei Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Meine Partnerin ist Geschäftsführerin im Unternehmen ihre Mannes. Wir lebten eine Fernbeziehung (600km) mit täglichen kommunikativen Austauschen, in denen wir bewusst, ehrlich und offene Fragestellung zum besseren Kennenlernen des anderen beantwortete hatten. Wir hatten trotz der komplexen Umstände eine tolle gemeinsame Zeit und es war uns beiden klar, dass wir noch mehr zueinander finden sollten, wenn ihr Mann nicht mehr da sein würde. Am Tag seines Todes hatten meine Partnerin und ich vormittags noch einen liebevollen Telefonaustausch, direkt nach seinem Ableben am Nachmittag hat sich meine Partnerin sich dann vollkommen unerwartet von mir distanziert und kurze Zeit später von mir getrennt. Obwohl wir zuvor täglich “offen und ehrlich” kommuniziert hatten, vermied sie mit dem Tod Ihres Mannes nun jegliche Kommunikation mit mir. Eine wirkliche Begründung für Ihre Trennung hat sie mir erst kürzlich (ca. 6 Monate nach der Trennung) gegeben. Aus der anfänglichen Verliebtheit ist bei ihr offensichtlich keine Liebe gewachsen und sie hatte schon in der letzten Zeit unseres Zusammenlebens das Gefühl, es würde nicht mehr passen, was sie zum damaligen Zeitpunkt aber in keiner Weise geäußert hat oder mich hat spüren lassen. Ich selbst habe lange Zeit versucht, die Beziehung zu retten, habe probiert, Kommunikation wieder herzustellen, Verständnis zu zeigen, ihr Raum zu geben und habe begonnen mich mit mir und meinem Beziehungsmuster zu befassen, was natürlich auch aus meiner Kindheit rührt. Ich habe inzwischen vieles gelernt und verstanden, merke aber, dass ich das Muster meiner emotionalen Abhängigkeit noch nicht wirklich “verarbeitet” habe. Zugleich sehe ich aber bei meiner Ex-Partnerin, ein anderes Muster, welches sie m.E. nicht wahrhaben möchte, obwohl sie eine therapeutische Ausbildung hat: Flucht durch emotionale Überbelastung bzw. aus Bindungsangst. Ich werde sie nicht ändern können und suche einen Weg, sie loszulassen, indem ich beginne, mich um mich zu kümmern und meine emotionale Abhängigkeit los zu werden. Eigentlich bin ich ein bindungssicherer Mensch – dachte ich -, jedoch habe ich mich in dieser Beziehung verloren, im Kampf um Anerkennung und Commitment bei meiner Partnerin und bin in die emotionale Abhängigkeit verfallen, weil ich diese Beziehung so gerne wollte und mich so sehr auf das gefreut habe, was da wohl kommen würde. Ich war der Auffassung, dass wir es hätten schaffen können, aber dazu gehören immer zwei. Ich habe und konnte ihre Bedürfnisse nicht sehen und ihre Gefühle nicht spüren, sondern habe mich aus ihrer Sicht immer um mein “Gesehen werden” bemüht und darum unbewusst gekämpft, von ihr geliebt zu werden. Zukünftig möchte ich nicht mehr um Liebe kämpfen müssen und nicht mehr aus Mangel, sondern aus Fülle mit jemanden eine Beziehung aufbauen. Ich möchte eine erfüllende, sichere und stabile Partnerschaft auf Augenhöhe leben, in der beide Partner ihre Bedürfnisse ansprechen und berücksichtigt sehen, die beste Version des anderen fördern und so gemeinsam wachsen. Das setzt m.E. voraus, dass man nicht mehr um die Liebe des anderen kämpfen muss, weil man die Liebe in sich gefunden hat. Das möchte ich und hoffe, dass mir dieser Kurs dabei helfen kann. Vielleicht finde ich hier auch einen Weg zu meinen eigenen Gefühlen. Ich versuche, vieles kognitiv zu verstehen und habe oft den Kopf entscheiden lassen. Das habe ich nie anders gelernt. Freunde melden mir oft zurück, ich sollte milder mit mir selbst umgehen. Ich merke aber gar nicht, dass ich hart mit mir umgehe.
Summergirl1987, Phil und 3 others7 KommentareLieber Lion, wenn ich das so lese denke ich mir , dass es vielleicht gar nicht so sehr an dir und Tiefen Prägungen liegt, dass es schief gelaufen ist. Ich wünsche dir löwenhaften Mut darin, dich selbst verzeihen und liebend anzunehmen, wie du in dieser Beziehung warst. Liebe Grüße Andrea
Lieber Lion, wenn ich das so lese denke ich mir , dass es vielleicht gar nicht so sehr an dir und Tiefen Prägungen liegt, dass es schief gelaufen ist. Ich wünsche dir löwenhaften Mut darin, dich selbst verzeihen und liebend anzunehmen, wie du in dieser Beziehung warst. Liebe Grüße Andrea
1Lieber Lion, auch mir kommt ähnliches in den Sinn wie Andrea meinte. Da “war unglaublich viel los” im Leben deiner Partnerin, Pflege, Tod, viele Verstrickungen, Kinder… Da warst du als Partner bestimmt gefordert. Wenn ich deine Zeilen lese fühle ich mit dir, beim Kampf um Commitment und dem Wunsch nach Leichtigkeit in der Liebe. Ich freu mich darüber dich hier zu wissen!
1Lieber Lion,
Danke dir für deine Offenheit, ich finde du beschreibst diese schmerzhafte Erfahrung unglaublich reflektiert. Was für mich deutlich wird: Du hast schon wirklich viel verstanden, vor allem auf kognitiver Ebene. Und genau da liegt oft der Knackpunkt: Verstehen heißt noch nicht fühlen und integrieren. Auch deine Wahrnehmung deiner Ex-Partnerin mag stimmen, aber wie du selbst sagst: Du kannst sie nicht verändern. Der entscheidende Hebel liegt bei dir: raus aus dem Kampf um Anerkennung, hin zu innerer Stabilität und Selbstwert. Diesen Faktor, nämlich dich selbst, kannst du selbst bestimmen und verändern. Dass du sagst, du spürst gar nicht, wie hart du mit dir bist, ist dabei sehr typisch. Jetzt geht es darum, wieder Zugang zu dir selbst zu bekommen, mit einer Menge Mitgefühl. Der Wunsch, Beziehung nicht mehr aus Mangel, sondern aus Fülle zu leben, finde ich wunderbar formuliert. Es klingt für mich so, als seist du auf einem sehr guten Weg.
Willkommen bei uns in der Akademie.
Liebe Grüße
Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀1@Lea Danke Dir, liebe Lea. Ja, ich habe für mich auch realisiert, dass ich mehr zu mir finden muss und dabei meine Gefühle zulassen und spüren darf. Das habe ich nie wirklich gelernt. Mein Kopf ist daher meinem Herzen um Meilen voraus und ich hoffe, ich finde einen Weg zurück zu mehr Selbstmitgefühl und innerer Unabhängigkeit.
1
Lieber @Lion – dein langer Text verdient aus meiner Sicht mehr als ein “Like”. Deshalb von mir: Respekt. In den letzten 6-7 Sätzen von dir habe ich Parallelen zu mir entdeckt. Da du das so gut auf den Punkt bringen konntest, bin ich ganz arg zuversichtlich. Ich wünsche dir Mut und positive Energie – das sind doch sicher nicht zufällig Eigenschaften, die man zuerst auch einem Löwen zuschreiben würde. Liebe Grüße nach Hessen!
1Ich finde es sehr gut, dass du an dir arbeiten möchtest. Ich kenne nur wenige Männer, die heutzutage sowas erkennen und an sich arbeiten wollen. Das ist der erste und richtige Schritt. Ich hoffe, dass du Klarheit in die findest . Lg
1