Mimi2026 veröffentlichte etwas Neues
vor 2 Monaten (bearbeitet)
Ich kenne meinen leiblichen Vater nicht und will und wollte ihn auch nie sehen / kennenlernen. Ich hatte einen Stiefvater, der für mich -seitdem ich 4 Jahre alt war- mein Vater war. Ich dachte immer, dass mir nichts fehlt. Meine Mutter sagte oft, dass ich so wie mein leiblicher Vater sei. Sie sprach früher nicht viel von ihm und wenn auch nicht gut. Ich wusste, dass sie viel Terror erlebt hatte. (nächtliche Anrufe nach der Trennung und wer weiß, was noch alles) Er wollte auch nicht arbeiten gehen. Meiner Mama war es zu unangenehm, um beim Amt um Geld zu betteln. So fing sie mit 19/20 schon nach 10 Wochen nach meiner Geburt wieder an zu arbeiten. Damals war das der Mutterschutz / Elternzeit – mehr gab es nicht. Ich war bei meiner Tagesmutter / Familie bis nachmittags. Wir haben bis heute Kontakt zur Familie. Meine Tagesmutter ist vor 3 Jahren verstorben.
Jahre später wiederholte sich die Geschichte.
Ich suchte mir einen Partner inkl. Familie ( von außen eine Vorzeigefamilie mit Etikette, jedoch innerlich mit wenig Moral). Nach 15 Monaten nach der Geburt trennte ich mich (wir waren 5 Jahre zusammen), weil er sich der Verantwortung nicht stellen wollte, obwohl Wunschkind – weder finanziell noch emotional. Wir fochten alles vor Gericht aus, bis es um den Unterhalt ging, nachdem ihm das Umgangsrecht nicht so gewährt wurde, wie er es haben wollte. Zum Schluss tauchte er unter. Bis heute. Er hat nie gezahlt und er hat sich auch nie gekümmert.
2017 /2018 konnte ich ihm das verzeihen.
Letztes Jahr konnte ich den neuen Mann meiner Ex-Schwiegermutter zum Geburtstag meines Sohnes zum Kaffee und Kuchen hereinbitten.
Mein Sohn hat seinen Vater zum 1. Mal in der Stadt in einem Cafe dieses Jahr getroffen. Das tat ihm sehr gut. Immerhin. Damit bin ich ebenfalls glücklich. Kein Wort des Aufenthaltes, kein Wort zum Job.
Ich bin heute fein mit der Situation, aber wenn ich mir das vorstelle, wie das alles so im Leben fließt, denke ich, dass das nicht mein Leben ist. 🙂
Annalena (Moderatorin) und Marbam3 KommentareLiebe Mimi,
Wow. Das klingt nach einer sehr intensiven Lebensgeschichte mit viel Verantwortung, die du früh tragen musstest. Du beschreibst klar, dass du heute fein mit der Situation bist und gleichzeitig taucht dieses Gefühl auf, als würde das alles nicht zu deinem eigenen Leben gehören.
Beides kann nebeneinander stehen: Stabilität im Alltag und trotzdem eine gewisse Distanz oder Fremdheit gegenüber der eigenen Biografie. Gerade wenn sich Erfahrungen wiederholen, wirkt es oft so, als würde man eher „durch etwas hindurchgehen“, statt es selbst zu gestalten.
Vielleicht ist eine spannende Frage für dich: Was würde sich für dich wirklich nach „deinem“ Leben anfühlen unabhängig von dem, was war?
Liebe Grüße
Annalen aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀
Vielen Dank, Annalen. Ich glaube, ich habe mir einfach eine Familie gewünscht und wollte 3 Kinder, ein Haus und einen Golden Retriever.
Als er mich mit allem allein gelassen hatte, war das schon sehr schlimm. Ich dachte, ich sei die Einzige, der so etwas passiert. Ich denke immer noch und dachte damals, ich habe etwas Besseres verdient.
Damals hatte ich ganz viel Ekel verspürt – wegen solcher Menschen.