Kati80 veröffentlichte etwas Neues
Liebeskummer
Hallo, mir geht es im Moment ziemlich schlecht …mein Partner hat mich nach eineinhalb Jahren Beziehung vor einer Wocheverlassen, weil er „eine andere Frau im Kopf hat“ und sich aber gleichzeitig noch zu mir hingezogen fühlt. Er möchte herausfinden, was mit ihm los ist und ich bin am Boden zerstört, weil wir gerade noch frisch verliebt aus dem Urlaub wiedergekommen sind, es gab weder Streit noch andere Themen oder Alltag in unserer Beziehung. Er ist systemischer Therapeut und sagt im Nachhinein, dass ihm Resonanz und emotionale Nähe von meiner Seite gefehlt hätte, ich war leider immer noch zu vorsichtig und hatte eine Schutzmauer um mich gezogen, weil ich Angst vor Verletzung hatte. Er war am Anfang relativ zögerlich und brauchte viel Freiraum und wir kannten uns schon eine Zeit, bevor er eine Beziehung mit mir eingehen wollte, das alles hat mich sehr vorsichtig werden lassen…. Deshalb konnte ich mich ihm vielleicht nicht so gut öffnen, aber jetzt, wo ich bereit dazu wäre, ihm alles von mir zu zeigen, scheine ich keine zweite Chance zu bekommen.. Ich hab ich immer noch die Hoffnung, dass er sich anders überlegt, aber ich möchte nicht um seine Liebe betteln müssen und natürlich verletzt es mich sehr, dass es da schon eine andere Frau gibt.
Meine Frage ist also warum ich so verzweifelt bin und warum ich ihn so sehr brauche und warum ich unsere Liebe so perfekt fand und warum das jetzt so wehtut und wieso ich mich neben ihm so seinen Bedürfnissen angepasst habe statt offen auch meine zu äußern… Ich hatte schon einmal eine Beziehung mit sehr großer emotionale Abhängigkeit und hatte eigentlich das Gefühl, dass dieses Thema für mich nicht mehr neu ist und ich viel weiter bin. Das war schon vor zwölf Jahren.
Es war so intensiv zwischen uns, wir hatten so viele tolle Momente und Reisen und Erlebnisse und ganz tollen Sex und innige Gespräche und ich verstehe nicht, wie er das jetzt bei einer anderen Frau genauso empfinden oder leben kann…
Sas_SoulSetFree, Summer und 4 others5 KommentareHallo Kati80,
das kann ich sehr gut nachvollziehen. Kurze Beziehungen hatte ich auch, wo das das Thema war. Das war nach meiner 1. langen Beziehung. Ich glaube, ich habe mich selbst nicht genug geliebt und das fanden die Männer unattraktiv. Ab einem bestimmten Zeitpunkt hatte ich dann auch gemerkt, dass ich nicht das suche, was diese Beziehung ausmacht. Denn ich wollte nicht „heiß“ und „ kalt“, sondern Stabilität und ich wollte auch nicht mehr für irgendetwas kritisiert werden und ich wollte nicht mehr nur das machen, was jemand von mir möchte, damit ich liebenswert bin.
Mein 1. Freund hatte um mich gekämpft und mich umworben und mich sehr geliebt. Obwohl ich zu Anfang sagte, dass das nichts wird, ist er standhaft geblieben und letztlich waren wir 7 Jahre zusammen. Da er sein Studium nicht beendet hatte, ging es auseinander. Ich hatte die Vorstellung, einen Akademiker heiraten zu wollen.
Dann lernte er eine 10 Jahre jüngere Frau kennen und ich war fix und alle.
In deinem Fall:
Liebeskummer ist wirklich ein sehr tiefes und schlimmes Gefühl. Das kann man nicht kontrollieren, daher tut es so weh und gibt einem einen Stich. Schlimm ist es auch, wenn man selber die Dinge anders empfunden hat, als dein Gegenüber. Menschen lieben unterschiedlich tief.
Ich denke, es ist immer gut zu wissen, warum man liebt. Was das genau ist. Ist es die Liebe an sich oder wirklich der Mensch?
Ich habe für mich festgestellt, dass ich mich nie wieder auf einen liierten / verheirateten Menschen einlassen werde. Da ist Verletzung vorprogrammiert, auch wenn das Gefühl tief ist. Das habe ich 1x gemacht. Dann nie wieder. Auch wenn diese Person danach 2 Jahre um mich gekämpft hat.
Ich wünsche Dir viel Kraft, einen guten Ausgang und eine gute Selbstfürsirge für Dich. Alles Liebe.
1Liebe Kati,
ich merke richtig, wie tief dich diese Trennung trifft und wie plötzlich sie für dich gekommen ist. Gerade wenn kurz vorher noch Nähe, Verbundenheit, gemeinsame Reisen, Intimität und Zukunftsgefühl da waren, fühlt sich so ein Umschwung verständlicherweise besonders schwer begreifbar an. Und genau das macht den Schmerz häufig so intensiv: Nicht nur die Beziehung endet plötzlich, sondern auch das gemeinsame Bild von „uns“, auf das man innerlich vertraut hat.
Ich glaube, es ist wichtig zu verstehen, dass deine Verzweiflung nicht bedeutet, dass du „zurück auf Anfang“ bist oder nichts gelernt hast. Alte Bindungswunden können in bestimmten Situationen wieder sehr aktiviert werden, selbst wenn man sich eigentlich stabiler und bewusster erlebt hat. Besonders dann, wenn ein Mensch erst schwer erreichbar wirkt, man lange um Sicherheit ringt und sich emotional vorsichtig verhält, kann eine starke Sehnsucht nach Bestätigung und Verbindung entstehen. Dass du dich eher angepasst und deine eigenen Bedürfnisse zurückgestellt hast, klingt dabei fast wie ein Schutzmechanismus:
Wenn jemand am Anfang zögerlich ist oder viel Freiraum braucht, versuchen manche Menschen unbewusst, möglichst „leicht“, verständnisvoll oder anspruchslos zu sein, um die Verbindung nicht zu gefährden. Die eigenen Bedürfnisse werden dann oft erst viel später spürbar. Eine Beziehung entsteht nie allein aus dem Verhalten eines Menschen. Dass er sich innerlich bereits einer anderen Frau zugewandt hat, ist nicht einfach nur die Folge davon, dass du „nicht genug emotional offen“ warst. Was du gerade erlebst, ist wahrscheinlich auch ein tiefer Verlust von Sicherheit, Hoffnung und emotionaler Zukunft. Deshalb fühlt es sich vielleicht so an, als würdest du ihn „brauchen“. Oft steckt dahinter nicht nur Liebe, sondern auch die Sehnsucht nach emotionaler Geborgenheit, Bestätigung und dem Wunsch, wieder in den Zustand zurückzukommen, in dem alles sicher und verbunden wirkte. Vielleicht geht es gerade auch noch gar nicht darum, sofort Antworten zu finden oder „loslassen zu können“. Vielleicht geht es erstmal darum, den Schmerz ernst zu nehmen, ohne dich selbst dafür abzuwerten.
Liebe Grüße
Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀@Lea das ist aber sehr schön geschrieben und trifft es ziemlich gut. Genau da geht man in solchen Situationen durch.
Ja, das ist wirklich alles sehr wahr Und eine gute Beschreibung dessen, was ich so fühle… Vielen Dank, das hilft mir gerade sehr.🙏
Hallo Kati,
klingt ähnlich was ich um den Jahreswechsel empfunden habe. Ich wurde aus einer intensiven, nur etwa 1/2 Jahr währenden Beziehung heraus für eine andere verlassen.
Ich war wegen etlicher Unähnlichkeit eigentlich nicht überzeugt von dem Mann und habe aus den falschen Gründen festgehalten an dem Bild einer Beziehung, weil ich so froh war, wieder als Partnerin geschätzt zu werden..
Ich denke, weil ich gespürt habe, dass es eigentlich, trotz aller Anziehung, nicht richtig passt, habe ich meine Gefühle lange im Zaum gehalten. Seine Begeisterung und Liebe hatte er mir hingegen schon zum zweiten Date mitgeteilt! Ich hätte vorgewarnt sein sollen, auch wegen einer Vielzahl ähnlich beendeter Beziehungen seinerseits immer in kurzen Abständen..Nachdem ich nach Monaten endlich Gefühle und wahre Zuneigung zuließ und mich zu dem Typ bekennen wollte, wurde er auf einmal ambivalent, meinte, er könne das nicht mehr und habe schließlich die Frau getroffen, die ihm die richtige, von ihm so benötigte Herzlichkeit entgegenbringt. Es war so albern pathetisch, aber tat mir so weh und ich litt über Monate!
Mittlerweile bin ich froh, aus der Beziehung raus zu sein, schäme mich aber dafür, mich überhaupt eingelassen zu haben und spüre gleichzeitig eine schwere Verletzung dadurch, so fallen gelassen zu sein.
Es fühlt sich sehr mies an, nicht gut genug für jemanden zu sein, zumal ich in der “Neuen“ keinerlei Attraktivität sehen kann, die mich hätte ausstechen können.. Dass sie jetzt alles mit ihm hat, was wir hatten (ohne es verdient zuhaben, natürlich..), finde ich unfassbar unfair.
Darum kreisen auch jetzt noch immer mal wieder meine Gedanken, ich habe jetzt Angst, anderen möglichen Partnern auch nicht gut genug oder irgendwie “too much“ zu sein.
Hinzu kommt meine Fixierung auf die Person, sobald auch nur die Möglichkeit in die Nähe rückt… spüre ich, wie sich eine emotionale Abhängigkeit entwickelt und ich nicht mehr meine eigenen Ziele verfolge. Um dem gegenzusteuern bin ich hier..(Wenn Liebe weh tut..)
Sorry für den langen Text und ich drücke dir die Daumen, dass du hier im Kurs auch so viel mitnimmst!
LG Johanna1