• Constance veröffentlichte etwas Neues

      vor einer Woche (bearbeitet)

      Hallo,

      mein Name ist Constance und ich bin im Kurs Beziehungen auf Augenhöhe führen.

      Ich bin 42 Jahre alt, war aber mein ganzes Leben extrem ängstlich (panische Angst vor Männern, Aggressionen; Soziale Ängste) und deswegen extrem angepasst. Ich war immer von Menschen umgeben, die psychische Gewalt angewendet haben und meine Ängste zu ihrem Vorteil ausgenutzt haben.

      Während einer psychischen Krise habe ich mich von immer mehr Menschen in meinem Umfeld getrennt, was sehr hart war, da davon auch alle langjährige Freundinnen betroffen waren. Im Moment muss ich wirklich sagen, dass ich Menschen überhaupt nicht mehr mag und ich das Gefühl habe, dass ich nur Menschen, die mich schlecht behandeln anziehe bzw. einfach wegen meiner Ängstlichkeit und meinem niedrigen Selbstwert unfähig bin Menschen dazu zu bringen mich gut zu behandeln.

      Momentan bin ich gerade bei meiner Tante auf Urlaub. Bei ihr war ich mir immer total sicher, dass ich ihr vertrauen kann, aber desto positiver ich bin, desto mehr kommen einschränkende, limitierende oder wertende Aussagen, die schon das Potential haben, wenn sie minimal unformuliert werden verletzend sein zu können bzw. Wunden zu verstärken, die sowieso schon sehr tief sind. Das ist mir bisher immer passiert, wenn ich angefangen habe mich selbst zu zeigen oder ich selbst zu sein. Bisher hatte ich einfach viel zu große Angst vor Konflikten bzw. vor Beschämung, Gaslighting, runter machen um mich da zu wehren. Ich bin da ganz extrem gehemmt.

      Ich bin sehr schockiert darüber jetzt auch bei meiner Tante das Gefühl zu haben, dass sie nur nett zu mir ist, wenn es mir so schlecht wie möglich geht. Seit einer Weile fühle ich mich als wäre ich verflucht, weil ich es einfach nicht aus eigener Kraft schaffe aus dieser Dynamik herauszukommen.

      Ich dachte wirklich ich kann von meiner Tante lernen wie sich sichere Beziehungen anfühlen.. Vielleicht doch nicht (?). Ich habe da aber seelisch auch gerade absolut keinen Spielraum für weitere schlechte Erfahrungen und reagiere deshalb auf alles schon sehr schnell und stark. Außer meiner Tante habe ich aber zur Zeit niemandem dem ich genug vertraue um überhaupt gemeinsam Zeit verbringen zu wollen. Gerade ist einfach hauptsächlich rein das mir bewusst werden der bisherigen Dynamiken für mich schon ausreichend Anstrengung.

      Was Therapie angeht bin ich da nach 17 Jahren gerade nicht sehr motiviert und habe da gerade auch kein Vertrauen mehr.

      Vielleicht hat ja jemand von euch Tipps oder mag sich austauschen. Das würde mich sehr freuen.

      Liebe Grüße

      Constance

      • Liebe Constance,
        vielen Dank, dass du hier so offen und schon wahnsinnig reflektiert über deine Erfahrungen und Gefühle schreibst. Ich finde es erstmal sehr verständlich, dass du dich nach so vielen belastenden Erfahrungen in Beziehungen unsicher, gehemmt und erschöpft fühlst. Schon alleine das Bewusstwerden der bisherigen Dynamiken ist ein wichtiger Schritt und kann sehr anstrengend sein. Es ist daher okay, dass du gerade wenig Spielraum für weitere intensive Erfahrungen hast.
        Ein paar Gedanken, die dir vielleicht helfen können:
        Abstand und Selbstschutz: Es ist völlig legitim, dich aktuell auf dich selbst zu konzentrieren und dich von Menschen zu distanzieren, bei denen du nicht genügend Sicherheit spürst. Du darfst die eigenen Grenzen klar wahrnehmen und wahren, auch gegenüber nahen Familienmitgliedern.
        Sichere Anker schaffen: Finde kleine Momente oder Menschen, die dir kurzfristig Sicherheit geben, z. B. Haustiere, Routinen oder beruhigende Übungen. Das kann helfen, die Reizüberflutung zu reduzieren, wenn alte Dynamiken wieder hochkommen.
        Gefühle spüren, ohne sofort handeln zu müssen: Zum Beispiel können dir Achtsamkeitsübungen oder kurze Atemübungen helfen, Emotionen wahrzunehmen, ohne dass sie dich direkt überfordern oder zu impulsiven Reaktionen führen. Du kannst z. B. innerlich „Jetzt spüre ich, dass ich wütend/traurig/verunsichert bin“ sagen, ohne dich direkt mit der anderen Person auseinanderzusetzen.
        Auch wenn du aktuell wenig Vertrauen in Therapie hast, könnten kurze Selbsthilfeübungen oder moderierte Gruppensitzungen eine Möglichkeit sein, Unterstützung zu bekommen, ohne dich überfordert zu fühlen.
        Wichtig ist: Du musst gerade nicht alles alleine lösen, und es ist okay, Grenzen zu setzen. Selbstbewusst auf dich zu achten, ist ein Schritt hin zu mehr Sicherheit und Selbstwert. Ich finde es erstmal schön, dass du hier bist und dir selbstständig die Unterstützung suchst, die du brauchst.
        Liebe Grüße
        Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie

        • @Lea Hallo Lea, vielen Dank für deine aufmunternden, wertschätzenden, lieben Worte und deine einfühlsame Antwort. Das tut mir gerade sehr gut, weil es mir das Gefühl gibt nicht doch ganz so hoffnungslos verloren zu sein wie ich mich insbesondere vor ein paar Tagen gefühlt habe. Ich probiere immer gerne neue Skills aus und bin ein Mensch der gerne aktiv wird ❤️ Es ist schön auch mal eine Rückmeldung zu bekommen in der ich bestärkt werde auf das zu hören was mein Körper mir sagt anstatt mich in eine Therapie reinzuzwingen, wenn ich davon einfach gerade Pause brauche. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen, vielen lieben Dank. PS: Ich habe heute eine schöne Wanderung gemacht. Das hat sehr gut getan ❤️

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