jes veröffentlichte etwas Neues
Hallo,
ich bin Jessica aus dem Rhein-Sieg-Kreis.
Ich habe mich für den “Wenn Liebe weh tut”-Kurs angemeldet.
Grund ist der erste schlimme Streit in meiner noch sehr frischen Beziehung, nachdem ich lange alleine war. Mein Partner ist in diesem Streit mehrfach über meine klar kommunizierte Grenze hinweggegangen, dass ich ernste Beziehungsthemen nicht via WhatsApp besprechen möchte. Zudem zeigt er aus seiner Verletzung heraus das Muster, mich immer wieder wegzustoßen. Er beendet Telefonate ohne Kommentar, lädt mich von zuvor vereinbarten Treffen wieder aus oder ruft eine 2-wöchige Pause aus, ohne uns Gelegenheit für ein persönliches Gespräch zu geben. Auf der anderen Seite meldet er sich aber dann doch wieder, sagt er habe es nicht so gemeint, ich müsse ja wissen, dass er mich immer bei sich haben will und die Diskussion über WhatsApp geht wieder los.
Inzwischen hat ein klärendes persönliches Gespräch stattgefunden. Er hat sich entschuldigt und gelobt Besserung. Ich glaube ihm zwar, dass es ihm leid tut, aber habe starke Zweifel, dass er diese Verhaltensmuster so einfach ablegen kann.
Ich habe seit unserem Streit, das Problem, dass ich Nähe und Intimität nicht zulassen kann. Wir haben seither kaum Küsse ausgetauscht und hatten auch keinen Verkehr mehr. Das Gefühl oder Bedürfnis ihm Nahe sein zu wollen ist einfach nicht mehr da. Er ist hier geduldig und verständnisvoll, aber es belastet unsere junge Beziehung doch sehr.
Ich habe das Gefühl, dass unsere Beziehung hieran scheitern wird und das ich versagt habe, obwohl ich mir doch nach langer Zeit alleine eine Partnerschaft sehr gewünscht habe.
Ich hoffe ich finde mit dem Kurs einen Weg mich wieder zu öffnen oder die Stärke hinzunehmen, dass wir nicht zusammengehören.
1 KommentarLiebe Jessica,
Danke, dass du deine Geschichte so offen mit uns teilst. Es klingt, als läge bereits in dieser noch jungen Beziehung sehr viel Schmerz und Verunsicherung, und ich kann gut nachvollziehen, dass dich das gerade stark beschäftigt.
Was du beschreibst, sind wiederholte Situationen, in denen deine klar kommunizierte Grenze nicht respektiert wurde. Dass dadurch Vertrauen verloren gegangen ist und du im Moment keine Nähe oder Intimität zulassen kannst, ist keine ungewöhnliche Reaktion. Für viele Menschen ist emotionale Sicherheit eine wichtige Voraussetzung dafür, sich körperlich und emotional öffnen zu können.
Es ist ein positives Zeichen, dass ihr inzwischen ein persönliches Gespräch führen konntet, dein Partner Verantwortung übernommen und sich entschuldigt hat. Gleichzeitig ist es ebenso verständlich, dass eine Entschuldigung allein das verlorene Vertrauen nicht sofort wiederherstellt. Vertrauen entsteht meist nicht durch Worte, sondern dadurch, dass sich Verhalten über einen längeren Zeitraum tatsächlich verändert.
Besonders berührt hat mich dein Satz, dass du das Gefühl hast, versagt zu haben. Aus dem, was du schilderst, lese ich jedoch keine Person heraus, die versagt hat. Ich lese jemanden, der sich eine liebevolle Beziehung gewünscht hat, seine Bedürfnisse und Grenzen klar benannt hat und nun versucht herauszufinden, ob diese Beziehung ein sicherer Ort für ihn sein kann. Das ist ein wichtiger Unterschied.
Der Kurs kann dir dabei helfen, deine eigenen Muster und Gefühle besser zu verstehen. Vielleicht wird sich dabei zeigen, dass sich dein Vertrauen mit der Zeit wieder aufbauen lässt. Vielleicht wird aber auch deutlich, dass eure Vorstellungen von einer tragfähigen Beziehung nicht zusammenpassen. Beides wären wertvolle Erkenntnisse.
Ich freue mich, dass du hier bist, und wünsche dir für den Kurs viele hilfreiche Erkenntnisse.
Liebe Grüße
Annalena aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie