Simona veröffentlichte etwas Neues
Hallo
Ich bin neu hier und habe mich für den Kurs “persönliche Abgrenzung” angemeldet. Ich bin seit 20 Jahren in einer Beziehung (seit 15 Jahren verheiratet) und wir haben drei Kinder. Unsere Beziehung war nicht immer einfach und wir hatten viele Diskussionen, aber immer wieder war uns wichtig, dass es gemeinsam weitergeht da wir gerne zusammen sind und trotz der Verschiedenheit auch viele Gemeinsamkeiten haben. Mein Mann war immer sehr eifersüchtig und hatte Angst, dass ich ihn verlassen könnte. Er ist 8 Jahre älter als ich und wird Morgen 50 Jahre alt. Seit einem Jahr ist er in einer persönlichen Krise und ist unsicher was und wie er sein Leben weiterführen will. Dies hat nebst seiner persönlichen Krise auch zu einer Beziehungskrise geführt und mich sehr verunsichert. Seither habe ich grosse Angst ihn und unsere langjährige Beziehung zu verlieren. Die ist mir sehr wichtig und gerne würde ich weiterhin zusammen in die Zukunft gehen. Aber ich muss auch lernen zu meinen Bedürfnissen zu stehen und mich abzugrenzen, weil für seine Krise kann ich nichts und ich kann sie ihm auch nicht nehmen. Dies ist mir im letzten Jahr gewusst geworden. Ich bin aber unsicher, ob er einfach grosse Bindungsprobleme hat und deshalb auf eimal alles hinterfragt und sich nicht mehr sicher ist….also kein klares Ja mehr für die Beziehung hat oder ob auch ich ein Bindungsproblem habe. Ich fühle mich abhängig von seine Entscheidungen und habe immer das Gefühl ich muss alles dafür tun, damit er wieder glücklich ist. Früher wollte er immer alles zusammen machen und jetzt wo die Kinder gross werden, will er auf einmal möglichst viel alleine sein und sich ja nicht mehr festlegen. Dies verunsichert mich sehr, weil ich es gewohnt war, dass er mir oft und viel gesagt hat, dass er mich liebt etc. Durch seine Krise (er war auch einen Moment unsicher, ob er sich in jemand anders verliebt hat) habe ich angefangen zu klammern (dies ist sonst gar nicht meine Art) und dies hat bei ihm natürlich nur Druck ausgelöst und die Situation nicht besser gemacht. Ich habe aber auch Gefühle und finde die ungewisse Situation sehr schwierig. Ich hoffe, durch den Kurs kann ich mehr zu mir finden, meine Bedürfnisse klarer spüren und benennen und auch klare Grenzen setzten was für mich geht und was nicht. Ich bin immer sehr unsicher, ob ich zum Beispiel sagen kann, ich will jetzt eine klare Antwort ob du ein ja für die Beziehung hast oder nicht. Ich will ja nicht zusätzlich Druck erzeugen und mit Druck bewirke ich nichts, aber nur weil er Bindungsprobleme hat oder sonst nicht mehr weiss was er in seinem Leben noch will oder auch nicht mehr will muss ich dies nicht einfach tolerieren. Manchmal denke ich, als die Kinder klein waren, war es für ihn klar, dass wir zusammen sind, jetzt wo die Kinder gross werden, wir es ihm zu verbindlich und zu eng, weil wir ja unsere gemeinsame Zukunft wieder neu definieren müssen.
Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und könnte mir darauf eine Rückmeldung, eine Idee oder einen Rat geben.
Vielen lieben Dank
Simona
Sebastian3 KommentareOh das klingt nicht leicht! Ich finde, du machst bisher schon irgendwie das richtige. Klar, willst du da auch keine Druck erzeugen. Aber irgendwo musst du ja auch mal die Grenze für dich ziehen, also ewig so weiter machen in dieser Unsicherheit, das fänd ich nicht schön. Sonst hast du ja auch keine Möglichkeit, dich anderweitig zu finden, wenn er dir keine klare antwort gibt oder dich hinhält. Das kann für eine Zeit vll in Ordnung sein, vorallem bei einer Krise. Aber irgendwann find ich muss da ein Schluss kommen
Liebe grüße von hannaLiebe Hanna
Vielen lieben Dank für deine aufrichtigen und klaren Worte. Ich bin auf einem Weg und hoffe, ich werde meine Grenzen immer wie mehr klar spüren, benennen und auch leben können. Es ist mein Leben und du schreibst es richtig. Ich bin zwar auch auf einem Weg, aber ich komme nicht wirklich weiter und bleibe an etwas hängen (ihm und unserer Beziehung) in der Hoffnung, dass es irgendwann wieder voll passt. Aber ewig darauf warten ist auch kein Leben und macht mich immer wieder sehr unglücklich.
Liebe Grüsse Simona
Liebe Simona,
vielen Dank für deine Offenheit. Es klingt, als befindest du dich in einer sehr schwierigen Phase, in der du zwischen deinen eigenen Bedürfnissen und der Unsicherheit in der Beziehung/den Bedürfnissen deines Mannes hin- und hergerissen bist.
Ich finde es gut, dass du erkannt hast, wie entscheidend es ist, für deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen auch einzutreten. Und eben auch erstmal zu spüren: “was habe ich eigentlich für Bedürfnisse?”
Deine Ängste und Unsicherheiten sind verständlich, aber es ist auch wichtig zu verstehen, dass du nicht für die Krise deines Mannes verantwortlich bist. Du kannst ihn unterstützen, aber du solltest nicht die Verantwortung für seine Probleme übernehmen.
Es ist völlig in Ordnung in deiner Situation nach klaren Antworten zu fragen. Gleichzeitig kannst du darauf achten, wie du das tust. Es geht darum respektvoll zu kommunizieren, was du brauchst und möchtest, um auch für dich selbst sorgen zu können. Vielleicht, wenn das möglich ist, auch zu versuchen, gemeinsam einen Umgang mit der Situation zu finden.
Der Kurs wird dir hoffentlich helfen, noch mehr Klarheit über deine eigenen Bedürfnisse zu finden und zu lernen, wie du deine Grenzen gesund und selbstbewusst setzen kannst.
Ich wünsche dir viel Kraft und Klarheit auf diesem Weg.
Liebe Grüße
Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀