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  • Kopfimsand veröffentlichte etwas Neues vor 5 Wochen

    vor 5 Wochen

    Fehlende Nähe

    Hallo,

    ich habe mich zum Kurs, „wenn Liebe wehtut“ angemeldet. Während des Kurses dachte ich zwischendurch, dass wohl nicht mehr die Verlustängste mein Problem sind. Wir sind seit über 30 Jahren verheiratet, haben zwei Kinder und auch schon Enkelkinder. Während unserer Ehe hatte meines Mann eine Nebeziehung, die über drei Jahre gedauert hat. Nachdem die Affäre ans Licht gekommen war, war ich sehr stark mit meinen Verlustängsten konfrontiert, habe das damals aber überhaupt nicht erkennen können. Ich habe gekämpft und gekämpft, und wollte auf keinen Fall, dass unsere Ehe zerbricht. Leider ist es nun so, dass unsere Beziehung seit Jahren quasi vor sich hin dümpelt. Wir haben keine gemeinsamen Hobbys, wir haben in vielen Dingen verschiedene Ansichten, und ich merke, dass ich eigentlich schon lange sehr unglücklich bin. Aber wenn es nicht die Verlustängste sind, was hält mich dann noch in dieser Beziehung? Wir gehen sehr höflich und freundlich miteinander um, es fällt kein Böses Wort, Aber es ist einfach alles ziemlich eingeschlafen. Wir reden sehr viel über alltägliches, über die Kinder, aber überhaupt nicht mehr über uns. Vielleicht würde es schon helfen, wenn ich mal wieder mit ihm ins Gespräch käme, über persönliche Dinge, über Gefühle, oder ihn einfach mal fragen, wie es ihm geht. Aber es fällt mir so schwer, aus meiner Rolle Auszubrechen. Wie finde ich hier einen Anfang?

    Sas_SoulSetFree
    1 Kommentar
    • Hallo,
      Ich spüre beim Lesen sehr, wie viel du bereits reflektiert hast und wie lange du schon versuchst, mit dieser Situation umzugehen. Oft zeigt sich im Laufe des Kurses tatsächlich, dass hinter Verlustängsten noch weitere Themen liegen können. Manchmal hält uns nicht nur die Angst vor dem Alleinsein in einer Beziehung, sondern auch Gewohnheit, Verantwortung, gemeinsame Geschichte, Rollenbilder oder die Hoffnung, dass doch wieder mehr Nähe entstehen könnte. Und gleichzeitig klingt es so, als würdest du sehr bewusst wahrnehmen, dass euch als Paar an vielen Stellen die emotionale Verbindung verloren gegangen ist. Dass du dir eigentlich wieder echte Begegnung, Gespräche über Gefühle und persönliches Interesse wünschst. Ich glaube, du musst dafür nicht sofort „groß ausbrechen“. Oft beginnt Veränderung eher in kleinen, ehrlichen Momenten. Vielleicht nicht direkt mit einem schweren Beziehungsgespräch, sondern erstmal mit einer einfachen persönlichen Frage wie: „Wie geht es dir eigentlich gerade wirklich?“ Oder: „Ich habe das Gefühl, wir reden kaum noch über uns. Kennst du das auch?“ Und gleichzeitig darfst du auch neugierig auf dich selbst bleiben: Was fehlt dir eigentlich am meisten? Nähe? Lebendigkeit? Gesehen werden? Gemeinsame Entwicklung? Körperliche Verbundenheit? Gespräche? Sicherheit? Denn je klarer du deine eigenen Bedürfnisse verstehst, desto leichter wird es oft auch, sie auszusprechen.

      Liebe Grüße
      Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

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