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  • BeaM veröffentlichte etwas Neues vor 7 Wochen

    vor 7 Wochen

    Hallo an alle

    Mein Name ist Bea(trice) und ich bin 35 Jahre alt 😊

    Meine Situation ist die folgende:
    Im September 2021 habe ich meinen aktuellen Partner kennen gelernt (durch welchen ich meine 8jährige Beziehung mit einem Narzissten beenden konnte – Beziehungs-hopping) und wir haben eine Fernbeziehung geführt (Wien-Graz). Ich von meiner Seite war sehr glücklich und habe alles für ihn getan. Es hat sich schon bald darauf eine suchterzeugende Dynamik entwickelt – Streit und daraufhin Versöhnung.

    Nach einem Beenden der Beziehung im Affekt von seiner Seite aus (Juni 2024) und für 5 Wochen getrennt sein, haben wir uns zufällig wieder getroffen und waren wie frisch verliebt. Er hat um mich gekämpft, worauf ich beschlossen habe, dass ich zu ihm ziehe (Dezember 2024). Dafür habe ich meine Heimatstadt Graz meinen Freundeskreis, meine Wohnung und meinen Job aufgegeben.

    Aufgrund unserer Dynamik, die sich durch den Umzug nicht verbessert, sondern verschlimmert hat (Retraumatisierung), bin ich an Long Covid (ME/CFS) erkrankt. Die Symptome haben sich soweit verschlechtert, dass ich bettlägrig wurde und mein Partner konnte nicht damit umgehen, mich in dieser Verfassung zu sehen, ohne mir (auf Handlungsebene) helfen zu können. Da ich mich kaum bewegen konnte, habe ich begonnen meine psychischen Anteile zu analysieren bzw. bearbeiten und habe zum Glück rasch gemerkt, dass mich unsere Dynamik immer kranker machte. Ich bin mit der Intention, genesen zu können, Dezember 2025 ausgezogen und wollte mit ihm wieder zusammen ziehen, sobald ich stabil genug bin – für mich war es klar, dass das nur vorübergehend war. Meinen Partner hat das so getroffen, dass er mir das noch heute vorwirft, weil sein Traum von gemeinsamen Wohnen geplatzt war. Das Streiten wurde intensiver und es kam von meiner Seite aus der Not heraus immer wieder zu Kontaktabbrüchen und dem mehrmaligen Beenden der Beziehung, einhergehend damit, dass ich bei ihm auch (so gut wie) ausgezogen bin (ein paar Sachen sind noch in seiner Wohnung).

    Durch die Distanz habe ich immer mehr Muster erkennen können und an mir zu arbeiten begonnen, und konnte mich dadurch immer mehr emotional lösen und unsere Dynamik und auch sein Verhalten von oben betrachten, während mein Partner seine Anteile nicht erkannte. Diese Phase war stark gekennzeichnet von einer On-Off-Dynamik und ich habe ihn darum gebeten, mit mir zur Paartherapie zu gehen, was er abgelehnt hatte. Für mich war dadurch die Hoffnung auf Besserung und eine gemeinsame Zukunft verloren. Wir haben irgendwann beide erkannt, dass ein Miteinander nicht möglich scheint, weshalb wir gemeinsam beschlossen haben, es sein zu lassen und uns nicht mehr zu sehen. In dieser Zeit, in der wir getrennt waren, konnte ich mich aufgrund meiner Erkrankung kaum bewegen, mein Körper ist in einen kompletten Shutdown-Modus gegangen, ich war sehr depressiv. Hinzu kommt, dass ich in einer Stadt lebe, in der ich (bis auf unseren gemeinsamen Freundeskreis) niemanden kenne, keine Zugehörigkeit empfinde, was meine Urwunde triggert.

    Als wir uns nach einer Woche zufällig wieder gesehen haben, waren wir beide wieder so bindungsaktiviert, dass er mir versprochen hat, zur Paartherapie zu gehen, weil er erkannt hat, dass er ohne mich offenbar nicht kann und dafür etwas an sich ändern müsste. Das hat bei mir wieder starke Hoffnung entfacht und mich erneut in eine emotionale Abhängigkeit gestürzt.

    Aufgrund der Umstände, dass ich körperlich sehr eingeschränkt bin, und dadurch kaum in der Lage bin neue Kontakte in der neuen Stadt zu knüpfen und der Erfahrung, dass eine Trennung zu starker Symptomlast führt, hat sich meine Verlustangst enorm verstärkt. Gleichzeitig beobachte ich, dass mir Kontakt mit ihm dennoch gar nicht gut tut (ich dissoziiere), weil er subtil sehr abwertend ist (ohne es zu merken) und noch immer sehr stark aus Kränkung heraus agiert. Ich habe in der Trennungsphase zum Glück die Erfahrung gemacht, dass es auch Männer gibt, die anders denken bzw. dass auch sichere Bindungen möglich sind.

    Für mich ist klar, dass ich meinen Selbstwert enorm stärken muss, ob wir uns nun trennen oder nicht, meine Bedürfnisse erspüren und kommunizieren lernen, gesunde Grenzen setzen lernen möchte, um meine emotionale Abhängigkeit und diesen ständigen Bindungshunger in den Griff zu bekommen und endlich zu innerer Ruhe zu finden, da dies unabdingbar für meine Genesung ist.

    Ich freue mich über Austausch und viele Impulse zur Selbstreflexion!

    San und Mienchen
    1 Kommentar
    • Liebe Bea,
      Erstmal danke für deine offenen Worte und schön, dass du hier bist. In dem, was du schreibst, steckt schon unglaublich viel Reflexion und ein ehrlicher Blick auf deine Bindungsmuster, deine Bedürfnisse und auch darauf, was dir langfristig eigentlich nicht guttut, aber eben auch, was dir guttun könnte. Das ist alles andere als selbstverständlich, gerade in einer Dynamik, die emotional so intensiv und kräftezehrend ist. Es klingt für mich so, als hättest du in den letzten Jahren immer wieder versucht herauszufinden, was dir wirklich hilft, wo deine Grenzen liegen und was du brauchst, um gesund zu werden und mehr bei dir selbst anzukommen. Gleichzeitig ist das natürlich keine leichte Situation, besonders wenn Verlustangst, Hoffnung, körperliche Erschöpfung und emotionale Abhängigkeit so eng miteinander verwoben sind. Umso wertvoller ist es, dass du dir selbst inzwischen so bewusst zuhörst und spürst, dass dein Selbstwert, innere Ruhe und gesunde Grenzen zentrale Themen für dich sind. Ich finde, du hast hier schon sehr stark gehandelt und deinen Bedürfnissen Raum eingestanden (ausziehen aus der Wohnung und mehr Reflektion auf Abstand). Ich finde es so schön, dass du sagst, du willst deinen Selbstwert stärken, UNABHÄNGIG von dem Fakt, ob ihr euch nun trennt oder nicht. Denn genau das ist es doch, dass sich eben nicht alles nur um die Beziehung dreht, sondern das erstmal du in deinem Leben im Mittelpunkt stehen darfst. Vielleicht kannst du dich auch immer wieder fragen: Wie fühlt sich eine Beziehung an, in der ich mich sicher, gesehen und innerlich ruhig fühlen darf und wie kann ich beginnen, mir manche dieser Dinge, nach denen ich in Beziehungen so hungere, Schritt für Schritt auch selbst mehr zu geben? Und gerade bei so tief sitzenden Dynamiken kann es zusätzlich sehr hilfreich sein, sich auch externe Unterstützung zu holen. Psychotherapie oder auch die angesprochene Paartherapie können wertvolle Räume sein, um gemeinsam einen Blick von außen auf festgefahrene Muster zu bekommen und neue Wege im Umgang miteinander und mit dir selbst zu entwickeln. Ich wünsche dir hier erstmal viele stärkende Impulse, ehrlichen Austausch und kleine Schritte zurück zu mehr Sicherheit in dir selbst.
      Liebe Grüße
      Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

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