
Svenja
Svenja veröffentlichte etwas Neues vor einem Jahr
Liebe Community,
ich heiße Svenja und komme aus Oberfranken in Bayern, Deutschland.
Ich bin vor 4 Wochen von meinem Partner verlassen worden und habe damit ordentlich zu kämpfen. Nach knapp 3 Jahre langer Beziehung, mit gemeinsamer Wohnung und – wie das mit Ende 20 so ist – auch ganz vielen Zukunftsplänen, die da zerbrochen sind, sitze ich nun hier und hoffe, der Liebeskummer-Kurs kann mir helfen.
Derzeit vertiefe ich mich ins Buch “Das Kind in dir muss Heimat finden” und merke, wie gut mir das tut. Ich bemerke so viele Muster von “Ich bin falsch” und “Ich bin Schuld” in mir, und will daran arbeiten. Zudem wird mir aber auch immer bewusster, wie viele Themen mein Expartner mitbringt / mit in die Beziehung getragen hat.
Rückblickend hat er vermutlich massive Bindungsängste und sehr feste Mauern durch seine Schutzstrategien. Er wurde in der Kindheit misshandelt, sein Leben lang hatte er das Gefühl er sei nicht okay wie er ist, wurde gemobbt … angeblich mache ihm das alles aber nichts aus, ich glaube er verdrängt alles und zählt zu den überrationalen, die auch gern Recht haben. Rückblickend hat er die Beziehung vermutlich im ganzen letzten Jahr unbewusst sabotiert, weil ich immer angeblich nicht gut genug war / ihm immer wieder angeblich was gefehlt hat. Seit dem Moment, wo ich mir endlich sicher war mit ihm, wurde er unsicher, zumindest wirkt es auf mich rückblickend so. Wir hatten viel Streit, immer hat ihm was gefehlt. Wir waren sogar in Paarberatung, die oberflächlich zu helfen schien, aber er hatte immer noch was was ihn störte. Rückblickend denke ich, wir haben uns an oberflächlichen Themen kaputt gearbeitet, anstatt einfach mal unsere inneren Schattenkinder anzugucken. Letzteres wäre die Lösung gewesen, da bin ich mir heute sicher.
Jetzt, nach der Trennung, wertet er mich eher ab, gibt an allem mir die Schuld und betont, mich nicht zu vermissen und mich nie zurück zu wollen. Er sagt Freunden, er habe alles gegeben und ich hätte mich nicht genug angestrengt. Das klingt als wäre er ein Arsch, aber das ist er nicht, er ist eigentlich ein unendlich lieber und herzensguter Mensch. Ich vermute, das sind grad alles Schutzmechanismen bei ihm, weil er sich sonst mit dem tatsächlichen Verlust und seinen inneren Mustern befassen müsste, und natürlich grenze ich mich ab.
Und doch merke ich in mir den Wunsch, dass er eines Tages erkennt, wo das WIRKLICHE Problem lag (einen großen Anteil hatte definitiv sein Schattenkind). Ich wünsche mir, dass wir uns dann ganz neu reflektieren, Themen bearbeiten (ich denke er käme um eine Psychotherapie kaum drum rum) und wieder zueinander finden. Ich habe Angst hier für kindisch gehalten zu werden, weil ich mir ein Wiederzusammenkommen so sehr wünsche und es auch für theoretisch möglich (wenn auch nicht allzu wahrscheinlich) halte. Meine Tür für ihn offen zu halten, das brauche ich grad irgendwie. Zugleich merke ich, wie gern ich ihm helfen, ihn “retten” möchte. Aber das kann ich wohl nicht. Gemeinsame Freunde sehen einiges ähnlich wie ich, vielleicht können sie ihm das irgendwann spiegeln, sollte er bereit dafür sein.
Svea Meister, Sebastian und Melissa1 KommentarLiebe Svenja,
erstmal herzlich Willkommen bei uns in der Community und danke, dass du so offen und reflektiert teilst, was du gerade durchmachst. Ich spüre in deinen Worten nicht nur den Schmerz, sondern auch sehr viel Tiefe und Klarheit – gerade in Bezug auf eure Dynamik und die Muster, die da mitgespielt haben.
Ich finde, der Wunsch, dass er eines Tages erkennt, was wirklich zwischen euch steht, ist nicht kindisch – sondern sehr menschlich. Besonders dann, wenn du siehst, welches Potenzial in einer Verbindung hätte liegen können – ist es ganz natürlich, dass es schwer fällt, loszulassen.
Menschen mit einer schwierigen Kindheit entwickeln oft feine, teils unbewusste Strategien, um sich vor emotionaler Nähe und damit auch vor Verletzlichkeit zu schützen. Rationalität, Schuldzuweisungen, Abwertung – das alles kann ein Versuch sein, Kontrolle zu behalten und den eigenen Schmerz zu vermeiden. Aber: Du kannst ihn nicht ganz alleine „retten“. Er muss das von selbst wollen – und das ist etwas, worauf du wenig Einfluss hast.Etwas, dass du sehr gut beeinflussen kannst ist allerdings dein Umgang mit der Situation, und auch mir dir selbst. Jetzt darfst du dich erstmal ganz um dich kümmern! Unabhängig davon, ob dein Ex-Partner jemals seine Themen anschaut oder nicht. Ich hoffe, der Kurs hilft dir, diesen Schmerz zu verarbeiten – und Schritt für Schritt mehr bei dir selbst anzukommen.
Liebe Grüße
Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie☀3