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  • Cem Güzeller veröffentlichte etwas Neues vor einem Jahr

    vor einem Jahr

    Guten Abend zusammen,

    ich habe heute den Kurs Selbsthypnose belegt und auch fast abgeschlossen. Bei einem Punkt bin ich nun jedoch etwas verwirrt. Also sobald ich in eine Problemtrance verfalle und zukünftige Ereignisse drastisch negativ ausmale, solle ich am besten ertappen und umschalten. Also gegebenfalls mich mit anderweitigen Dingen ablenken. Bisher dachte ich jedoch, dass die AnKER-Methode (ACT) das richtige Verfahren sei. Also, dass es darum geht, Gefühle bzw. Gedanken nicht verschwinden zu lassen, um letzlich auch die Gefühle generell nicht zu dämpfen, da dies kontraproduktiv sei. Also bei dem Kurs ‘Wie finde ich den Richtigen/die Richtige?’ hatte ich es zumindest so verstanden. Womöglich habe ich da auch etwas gänzlich missverstanden. Könntet ihr mir diesbezüglich helfen? 🙂

    • Lieber Cem,
      toll, dass du dich so intensiv mit den Methoden auseinandersetzt! Deine Verwirrung zwischen der „Problemtrance“-Strategie und der AnKER-Methode ist sehr verständlich, denn beide Ansätze verfolgen unterschiedliche, aber sich ergänzende Ziele.

      Die Problemtrance-Strategie dient dazu, dich bewusst aus negativen Gedankenschleifen zu holen, die dich überwältigen. Hier geht es vor allem darum, den Fokus aktiv umzulenken, um nicht in negativen Fantasien „gefangen“ zu bleiben. Das kann besonders dann hilfreich sein, wenn die Gedanken so stark sind, dass sie dich komplett einnehmen und lähmen. Das kann durch Ablenkung, einen positiven Fokus (z. B. einen Wohlfühlort oder Glaubenssatz), eine kurze Bewegung oder das bewusste Verlassen der Situation geschehen. Es ist eine akute Maßnahme, um dir schnell wieder Handlungsfreiheit zu verschaffen.

      Die AnKER-Methode, wie du sie schon aus dem “Wie finde ich den Richtigen/die Richtige” Kurs kennst, zielt hingegen darauf ab, deine Gedanken und Gefühle bewusst wahrzunehmen, zu akzeptieren und gleichzeitig Abstand zu ihnen zu gewinnen. Anstatt dich von ihnen beherrschen zu lassen, bleibst du präsent und entscheidest dich, trotz der Gedanken und Gefühle weiter zu machen (also z.B. beim Aufkommen negativer Glaubenssätze, dich trotzdem wieder auf dein Date einzulassen).

      Der Unterschied liegt also darin, wie du mit deinen Gedanken umgehst, nachdem du dich dabei “ertappt” hast:
      Bei der Problemtrance-Strategie lenkst du dich ab, um aus einer negativen Spirale auszubrechen. Die Strategie beinhaltet auch, langfristig überhaupt zu vermeiden, in diese Problemtrancen zu rutschen.
      Bei der AnKER-Methode übst du, die Gedanken und Gefühle anzunehmen, ihnen Raum zu geben und dich nicht von ihnen kontrollieren zu lassen.

      Beide Ansätze schließen sich nicht aus: In akuten Momenten, wenn dich eine Problemtrance überwältigt, kann es hilfreich sein, erstmal überhaupt wieder aus dieser rauszukommen.
      Langfristig hilft dir die AnKER-Methode, eine achtsame Haltung zu entwickeln, die dir ermöglicht, mit deinen Gedanken und Gefühlen gelassener umzugehen.
      Du kannst zunächst das Umschalten nutzen, um dich aus der Problemtrance zu lösen, und anschließend die AnKER-Methode anwenden, um einen bewussten Umgang mit deinen Gedanken zu üben. Ein kleiner Tipp von mir: Übe besonders die AnKER-Methode in ruhigeren Momenten, damit sie dir auch in schwierigen Situationen leichter fällt.

      Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter. Wenn du noch weitere Fragen hast, melde dich gern!
      Liebe Grüße
      Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie☀

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