
Nicki16
Nicki16 veröffentlichte etwas Neues vor 6 Wochen
Frühkindlich traumatisiert und folglich heute nicht gut selbstreguliert
Ich bin im Alter von sechs Wochen aufgrund einer Operation für sechs Wochen im Krankenhaus gewesen. 1965 bedeutete das, dass ich von jetzt auf sofort den Kontakt zu meiner Mutter verloren habe. Ich verschwand hinter einer Glasscheibe und war mir selbst überlassen. War ich bei der Einlieferung ein lautes Baby, gab ich nach sechs Wochen keinen Ton mehr von mir.
Ich denke in dieser Zeit habe ich das Gefühl von Vernachlässigung, Ohnmacht und vielleicht sogar Todesangst durchlebt. Ich habe das Gefühl von bedinungsloser Liebe und das Gefühl von Sicherheit verloren bzw. nie erhalten. Der „Draht“ zu meiner Mutter hat sich danach nicht mehr eingestellt. Ich würde mich als unsicher gebunden bezeichnen mit einer frühkindlichen Traumatisierung, die Auswirkungen auf mein ganzes Leben hat.
Eine direkte Folge davon ist, dass ich mir jahrzehnte lang nicht helfen lassen wollte bzw. konnte. Mein Lebensmotto lautete: „hilf dir selber, denn es tut Niemand anderes“! Das konnte ich im Laufe der Jahre ablegen. Wer nicht um Hilfe bittet, ist egoistisch.
Heute geht es mir in emotionalen Momenten nicht gut. Meine Selbststeuerung funktioniert nicht immer. Ich schwanke zwischen absolut happy und tieftraurig. Gerade in zwischenmenschlichen Beziehungen verliere ich mich schnell in einer Sicherheit im Außen, manchmal auch eine Scheinsichheit. Wenn diese Beziehung zu Ende geht, falle ich ins bodenlose. Dabei bin ich in der Lage mein Leben zu meistern! Nur fühlt es sich nicht so an. Alle Ängste kommen wieder hoch und würgen mich.
Ich möchte gerne in diesen Situationen besser mir mir verbunden sein, mir selbst die Sicherheit geben, die ich brauche, um in eine Beziehung auf Augenhöhe gehen zu können.
Lea (Moderatorin) und Phil5 KommentareWeitere Kommentare anzeigenLiebe Nicki, ich fühle sehr was du in deinen Zeilen formulierst und erkenne mich dort wieder. Ich weiß selber sehr gut wie schmerzhaft der Prozess sein kann und sich öfter hoffnungslos zu fühlen und sich nicht selber regulieren zu können. Auch ich kenne das Gefühlt nach einem Beziehungsende ins Leere zu fallen. Du kannst sehr stolz auf dich sein, was du bisher reflektiert hast und welche Situationen du alleine verarbeitet hast. Ich wünsche dir nur das Beste und danke für deine Offenheit.💚
Ich schließe mich meinen beiden Vorrednerinnen an im MUT-machen, weil du so offen, aber auch reflektiert schreibst. Dein Bericht aus deinem Baby-Alter klingt herzzerreißend und ich ahnte bisher gar nicht, was das mit einem (so jungen) Menschen (der wie sonst nie im Leben auf Beziehung angewiesen ist) machen kann. Fühl dich von uns (und der Community) einmal umarmt.
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