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  • Francesca veröffentlichte etwas Neues vor 7 Monaten

    vor 7 Monaten

    Anhaltender Liebeskummer

    Liebe Psychologinnen und Kursteilnehmer (Kurs Beziehungen auf Augenhöhe abgeschlossen),

    seit ich von meinem Freund verlassen wurde vor 2 Monaten (nachdem die Beziehung von Verlustangst von mir geprägt war, sie ging nur 4 Monate, aber ich war sehr verliebt, dies ist mir mit meinen 50 Jahren lange nicht passiert) wird meine Sehnsucht nach ihm und nach seiner (oder einer) Liebe momentan schlimmer anstatt besser.. ich funktioniere, aber fühle mich fast depressiv. Im Alltag ziehe ich mich zurück und würde so gerne neue positive Dinge erleben, auch gerne neue Männer kennenlernen, habe aber nicht die Offenheit oder Energie dafür. Ich habe das Gefühl, festzustecken.

    Habt ihr Ideen, wo ich weiter ansetzen kann?

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    • Liebe Francesca, ich kenne das auch sehr gut. Mir hilft da sehr, den Schmerz immer wieder rauszulassen, zuzulassen und herauszuweinen. Und manche Prozesse lassen sich leider nicht beschleunigen, sondern müssen durchlebt werden und brauchen Zeit. Bei dauert das auch länger als bei anderen. Ganze liebe Grüße Doris

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      • Liebe Francesca,

        Nach einer Trennung, besonders wenn echte Verliebtheit und Verlustangst im Spiel waren, ist es völlig normal, dass die Sehnsucht erst stärker wird, bevor es leichter wird. Dein Bindungssystem sucht gerade Sicherheit, nicht unbedingt genau diesen Mann. Du bist also nicht „festgesteckt“, sondern mitten in einem emotionalen Prozess, den dein Körper und dein Herz erst verarbeiten müssen.

        Vielleicht hilft es dir, den Fokus zuerst darauf zu legen, dein inneres System zu beruhigen: kleine Selbstfürsorge-Momente, Atemübungen, kurze Spaziergänge, ein Treffen mit jemandem, der dir guttut. Es muss nicht gleich darum gehen, neue Männer kennenzulernen. Oft braucht man erst wieder innere Stabilität, bevor man sich nach außen öffnen kann. Sei sanft mit dir: Zwei Monate sind kaum Zeit, und Traurigkeit oder Rückzug bedeuten nicht, dass etwas falsch läuft, sondern dass du heilst.

        Du hast geliebt, du hast dich geöffnet. Das spricht für deine Tiefe, nicht gegen dich. Gib dir Raum, und nimm kleine Schritte.

        Liebe Grüße

        Annalena aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

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      • Francesca veröffentlichte etwas Neues vor 9 Monaten

        vor 9 Monaten

        Plötzliches Verlassenwerden

        Liebe alle, liebe Psychologinnen, ich hatte ja schon ein paar Mal zu meinem Thema der Verlustangst in Liebesbeziehungen geschrieben und auch deswegen in meiner neuen Beziehung den Kurs Beziehungen auf Augenhöhe gemacht (fertig gemacht). Nun ist tatsächlich für mich genau das eingetreten, wovor ich solche Angst hatte und mein Partner hat sich von mir getrennt.

        Ich hatte mich ihm zuvor mit meinen Ängsten das erste Mal geöffnet (vorher habe ich viel zurück gehalten, um ihn nicht zu vertreiben) und ich denke, er hat dann Angst vor Einengung bekommen und hat sich vollkommen Hals über Kopf getrennt. Entweder habe ich ihn “vetrieben” oder aber ich hatte die ganze Zeit eine Bindungsangst bei ihm gespürt (er war sehr freiheitlich, viel Party machen, viele Freundinnen etc).

        Ich weiss nicht, wie ich weiter machen kann und auf welcher Ebene..Auf einmal geht es wieder um das Alleinsein-Aushalten, aber auch darum, die Verletzung und den Schmerz auszuhalten.

        Habt ihr Ideen für mich ? LG Francesca

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        • Liebe Francesca

          ich kann dir so gut nachfühlen – das Alleinsein-Aushalten, die Verletzung und den Schmerz auszuhalten – da stecke ich gerade auch drin. Ich drücke dich ganz fest!

          • Liebe Francesca,
            Du hast dich getraut, dich in deiner Beziehung zu zeigen, mit deiner Verletzlichkeit, deinen Ängsten, deinen echten Gefühlen. Dass dein Ex-Partner darauf mit Rückzug reagiert hat, tut weh, aber es sagt nichts über deinen Wert aus. Wie du selbst schon ganz richtig angemerkt hast, reagieren Menschen, die selbst Bindungsangst haben, genau dann mit Distanz, wenn sie spüren, dass es wirklich ernst wird. Und das könnte auch hier passiert sein.
            Der Schmerz, den du jetzt spürst, ist also einerseits Liebeskummer, es ist aber auch die Konfrontation mit deinem alten Thema: Verlust und das Gefühl, allein zu sein. Und genau hier liegt auch eine Chance. Du kannst das, was jetzt passiert, als eine Art „Übungsfeld“ sehen, in dem du lernst, dir selbst Halt zu geben.
            Vielleicht können dir in den nächsten Tagen diese Gedanken helfen:
            Versuche, den Fokus immer wieder auf dich zu lenken: Was brauche ich gerade, um mich sicher zu fühlen? Kümmere dich um dich selbst, so wie du dich um eine gute Freundin in der selben Situation kümmern würdest! Denn du bist es dir Wert. Nimm ein schönes Bad, gönne dir ein leckeres Essen oder was auch immer dir sonst gut tut.
            Lass alle Gefühle da sein – Trauer, Wut, Enttäuschung. Das tut weh und ist nicht schön, diese Gefühle sind aber kein Rückschritt, sondern Teil des Heilungsprozesses. Du sagst es schon ganz richtig – jetzt geht auch wieder um das Gefühl, dass Alleine-Sein auszuhalten. Ich glaube ganz fest daran, dass du das kannst. Tu du es auch. Ich gebe dir hier noch eine kleine Übung mit auf den Weg:
            Alleinsein fühlt sich oft erstmal ungewohnt oder leer an, aber es kann auch eine Zeit sein, in der du dich selbst besser kennenlernst und Kraft aus dir selbst schöpfen kannst. Nimm dir ein paar Minuten und schreib eine kleine Pro-Liste, warum es schön oder hilfreich sein kann, gerade allein zu sein. Hier ein paar Ideen als Inspiration für den Anfang:
            – Ich kann meinen eigenen Rhythmus leben.
            – Ich habe Zeit, um herauszufinden, was mir guttut.
            – Ich darf Entscheidungen treffen, ohne mich anpassen zu müssen. Ich mache, auf was ICH Lust habe.
            – Ich kann mich erholen, ohne mich verantwortlich zu fühlen.
            Schau am Ende auf deine Liste: Welche Punkte sprechen dich besonders an und welche fühlen sich noch fremd an? Überleg dir, wie du wenigstens einen dieser Gedanken in den nächsten Tagen in deinen Alltag einbauen kannst.
            Du hast dich geöffnet, und das war mutig. Auch wenn es sich jetzt vielleicht nach einem Rückschlag anfühlt, ist es in Wahrheit ein Schritt in Richtung echter Nähe – erst zu dir selbst, und damit irgendwann wieder zu jemand anderem, diesmal hoffentlich mit der Stabilität, die du dir wünscht.
            Ich sende dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit – du bist stark, so wie du bist!
            Liebe Grüße
            Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

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          • Francesca veröffentlichte etwas Neues vor 9 Monaten

            vor 9 Monaten

            Ich habe eine Frage an die Psychologinnen (Kurs Beziehungen auf Augenhöhe):

            Ich weiss nicht, ob “nur” meine grosse Verlustangst (kenne ich von früher) in meiner frischen Partnerschaft das Problem ist oder ob ich mir meinen aktuellen Partner unbewusst evtl. auch deshalb ausgesucht habe bzw. mich in ihn verliebt habe, weil mein “Schattenkind” gewohnt ist, um Liebe zu kämpfen.

            Er ist zu mir sehr liebevoll, aber gleichzeitig ein Freigeist, er ist sehr viel unterwegs und auf Partys, auch mit vielen anderen Frauen unterwegs etc, was meine Verlustangst (mein Thema) noch mehr triggert..

            Ich versuche ihm momentan NICHT zu zeigen, wie mich sein “lifestyle” stört, wie es mich stört, dass er so Party macht und so oft andere Frauen/diverse Freundinnen trifft (Treue haben wir uns zumindest zugesagt erstmal), damit ich nicht klammere und ihn nicht vertreibe

            – aber ignoriere ich so nicht meine Bedürfnisse/Grenzen? A

            LG Francesca

            Svetlana Kovatchev
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            • Liebe Francesca,
              vielen Dank, dass du deine Situation so offen schilderst – das ist ein sehr wichtiges und auch mutiges Thema.
              Es ist ganz verständlich, dass dich der Lebensstil deines Partners triggert. Einerseits versuchst du, nicht zu klammern – andererseits fragst du dich, ob du dabei deine eigenen Gefühle und Grenzen übergehst. Genau dieses Spannungsfeld kennen viele Menschen: Wie bleibe ich mir selbst treu und gleichzeitig in Verbindung mit meinem Partner?
              Eine gute Leitfrage kann sein: Wo handle ich gerade aus meiner Angst heraus und wo stehe ich wirklich für meine Bedürfnisse ein?
              Es könnte hilfreich sein, beides klar voneinander zu unterscheiden. Denn deine Verlustangst darf gesehen und ernst genommen werden, und gleichzeitig hast du ein Recht auf bestimmte Werte und Grenzen in einer Beziehung.
              Vielleicht magst du für dich einmal aufschreiben:
              Welche Bedürfnisse habe ich in einer Beziehung, die wirklich zu mir gehören (z. B. Verlässlichkeit, gemeinsame Zeit)?
              Welche Ängste kommen aus alten Verletzungen und dürfen mitfühlend beruhigt werden?
              So kannst du Schritt für Schritt prüfen, was du deinem Partner mitteilen möchtest – nicht als Vorwurf, sondern als ehrliches Teilen deiner Bedürfnisse.
              Liebe Grüße
              Annalena aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

              • Vielen lieben Dank

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              • Francesca veröffentlichte etwas Neues vor 9 Monaten

                vor 9 Monaten

                Liebe Therapeutinnen, ich habe eine Frage zu Modul 5 (Beziehungen auf Augenhöhe).

                Mir fällt zu meinem negativen Glaubenssatz “ich genüge nicht” bzw. “ich bin nicht liebenswert” beim besten Willen kein positiver Nutzen ein, zumal ich mich schon immer wieder in Beziehungen begebe, diese also nicht mit diesem Satz als “Entschuldigung” vermeide…

                Aber die Sätze behindern mich in Beziehungen stark (iS von Eifersucht, Verlustangst), was kann da der positive Nutzen sein..?

                Danke und LG Francesca

                • Liebe Francesca,

                  Oft ist der „positive Nutzen“ eines negativen Glaubenssatzes nicht direkt sichtbar. Er liegt meist darin, dass uns der Satz scheinbar schützt oder uns hilft, mit schwierigen Gefühlen umzugehen. Zum Beispiel könnte hinter „ich genüge nicht / ich bin nicht liebenswert“ ein unbewusster Nutzen stecken wie:

                  Kontrolle behalten: Wenn ich selbst schon davon ausgehe, dass ich nicht genüge, dann bin ich innerlich auf Ablehnung vorbereitet und werde weniger überrascht oder verletzt, wenn sie tatsächlich passiert.

                  Nähe sichern: Manche Menschen versuchen (oft unbewusst), durch Eifersucht oder Verlustangst Nähe herzustellen – weil der Glaubenssatz sie in Alarmbereitschaft hält und sie alles tun lässt, um die Beziehung nicht zu verlieren.

                  Selbstschutz: Der Satz hält einen davon ab, sich völlig zu öffnen oder sich verletzlich zu zeigen, auch wenn das paradoxerweise gleichzeitig Nähe erschwert.

                  Das heißt: Der Nutzen ist nicht „gut“ im eigentlichen Sinn, sondern eine Art Notlösung, die dir früher vielleicht geholfen hat, in Beziehungen klarzukommen oder dich innerlich zu stabilisieren. Jetzt, in deiner aktuellen Situation, merkst du, dass er dich eher blockiert als schützt.

                  Hilft dir das weiter?

                  Liebe Grüße

                  Annalena aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

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                  • Liebe Annalena, danke, das trifft es sogar sehr, stimmt. danke…LG

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                  • Francesca veröffentlichte etwas Neues vor 9 Monaten

                    vor 9 Monaten

                    Liebe Community, hat jemand von Euch Lust, dass wir uns untereinander zum Thema Verlustangst (in partnerschaftlichen Beziehungen) austauschen ? Falls ja freue ich mich auf Nachrichten.

                    Oder habt ihr Therapeuten noch einen Tipp zu weiteren Kursen zu diesem Thema?

                    Ich bin Francesca, 50 Jahre alt, eigentlich sehr erfahren und souverän (nur nicht in Liebesbeziehungen) und ich bin neu in einer Beziehung, wo genau die alten (unguten) Muster wieder aktiv werden, ich habe grosse Verlustangst und merke, dass ich damit aber mich und die neue Beziehung belaste (am meisten mich selbst)…LG

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                    • Liebe Francesca,
                      vielen Dank für deine Offenheit und dass du deine Erfahrungen hier mit uns teilst. Verlustangst in neuen Beziehungen kann sehr belastend sein – und gleichzeitig ist es ein Thema, das viele kennen.

                      Damit ich dir eine passende Empfehlung zu weiteren Kursen oder Angeboten geben kann, wäre es hilfreich, ein bisschen mehr über deine Situation zu erfahren:

                      Hast du deinen Kurs “Beziehungen auf Augenhöhe” schon gestartet und wie weit bist du darin?
                      Welche Erfahrungen oder Methoden haben dir bisher schon geholfen – oder vielleicht auch gar nicht?

                      Was bedeutet Verlustangst für dich und wie äußert sich diese bei dir?

                      Falls du diese Fragen lieber nicht hier im Forum beantworten möchtest, kannst du dich auch direkt per Mail an unseren Customer Support wenden: info@stefaniestahlakademie.de. Dort kannst du deine Situation in Ruhe schildern und wir schauen gemeinsam, welche Angebote dich am besten unterstützen könnten.
                      Herzliche Grüße
                      Annalena aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

                      • Liebe Annalena, vielen Dank für diese Nachricht und für mich ist es schon ok, hier auf der Plattform zu schreiben.

                        Falls ihr weitere professionelle Tipps für andere Unterstützungen zum Thema Verlustangst habt freue ich mich.

                        Ich bin 50J alt, arbeite selber im therapeutischen Bereich (was mir aber bei mir selbst nicht hilft) und bin bei Modul 5 im Kurs Beziehungen auf Augenhöhe. Das Buch “das Kind in Dir muss Heimat finden” habe ich gelesen. Ich merke nur, dass ich es auf einer emotionalen Ebene nicht schaffe, mein verzweifeltes “inneres Kind” zu trösten, auch wenn ich es rational alles herleiten und verstehen kann. Ich weiss, wo die Trigger sind und wo die Angst herkommt, aber ich bin zu verkopft glaube ich und schaffe es nicht, mich zu trösten/beruhigen, wenn die Angst kommt (neuer Partner, es reicht schon, wenn er sich nicht meldet, mit anderen ausgeht o.a., nur wenn er bei mir ist und ich mir seiner “sicher” bin gehts mir gut, bei Distanz gerate ich in Angst und depressive Zustände. Wohlgemerkt war ich vorher 2 Jahre Single und im letzten Jahr alleine hatte ich eine richtig gute innere Ruhe gefunden, die nun wie in Luft aufgelöst ist).

                        Ich wirke nach aussen sehr selbstbewusst, habe einen anspruchsvollen Job, viele Freunde, diese Ängste treten wirklich in Liebesbeziehungen auf.

                        LG Francesca

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                      • Francesca veröffentlichte etwas Neues vor 10 Monaten

                        vor 10 Monaten

                        Ich bin im Kurs Beziehungen auf Augenhöhe und habe (Modul 4) eine Frage:

                        Ich bin neu (2 Monate) in einer erst jungen Beziehung und habe jemand mit viel Wärme und “Unkompliziertheit” gefunden. Ich möchte den anderen nicht durch zu viele Probleme vertreiben. Aber es gibt bereits jetzt (wie auch in früheren Beziehungen) das Ungleichgewicht, dass ich viel mehr Nähe suche als er. Ein typischer Trigger, der mich ganz verzweifelt macht wie ein Kind ist zB, wenn er sich einen ganzen Tag lang nicht meldet. Ich weiss, dass es meinem Selbstwertgefühl schadet, wenn ich dann Telefonate oder Nachrichten “erbitte”. Ich würde so gerne das Warten aushalten, um mich nicht so klein zu machen, aber ich finde es unerträglich trotz Ablenkung.

                        Dann wieder denke ich, dass ich ja besprechen könnte, wieviel Nähe er sich wünscht, aber ich finde den Übergang zum Klammern kaum zu entwirren..

                        Danke für eine Antwort einer Therapeutin oder aus der Community,

                        LG Francesca

                        • Liebe Francesca,
                          was du beschreibst, erleben viele in einer jungen Beziehung: Der Wunsch nach Nähe prallt auf das Bedürfnis nach Freiraum – und schnell wird die eigene Sehnsucht nach Kontakt zu einem großen inneren Druck. Dass dich ein Tag ohne Nachricht so stark trifft, zeigt, wie sehr alte Muster hier angestoßen werden. Ich habe dir zu dem Thema glaube ich auch schon vor einer Woche geantwortet, hast du meine Nachricht dazu gesehen?
                          Wichtig ist: Deine Bedürfnisse nach Nähe und Sicherheit sind absolut legitim. Es macht einen Unterschied, ob du sie forderst oder ob du sie ruhig und ohne Vorwurf mitteilst, z. B. „Ich merke, dass ich mich unruhig fühle, wenn ich länger nichts von dir höre. Mir würde es guttun, wenn du dich ab und zu kurz meldest.“ So bleibt Raum für seine Freiheit, während du dich gleichzeitig zeigst. Ein offenes Gespräch über die jeweiligen Gefühle in diesen Situationen kann auch dir selbst helfen, damit zukünftig besser umzugehen und kann die Beziehung zusätzlich stärken.
                          Und: Es ist sehr wichtig, dass du auch daran arbeitest, dir dieses Gefühl von Sicherheit selbst mehr geben zu können. Das bemerkst du selbst ja schon ganz richtig. Kein Partner kann dauerhaft die Lücke füllen, die vermutlich auch viel mit deinem Selbstwert zu tun hat. Je mehr du lernst, dir selbst Halt zu geben, desto weniger erdrückend wird das Warten. Ein paar Wege dahin könnten sein:
                          Bewusstes Aushalten üben: Wenn er sich nicht meldet, setze dir kleine Zeitziele. Zum Beispiel: „Ich schaue jetzt 2 Stunden nicht aufs Handy und tue in dieser Zeit etwas für mich.“ So trainierst du Schritt für Schritt, dass du dich nicht ausgeliefert fühlst.
                          Eigene Routinen schaffen: Plane dir bewusst Aktivitäten ein, die nur für dich sind – Sport, ein Hobby, Treffen mit Freunden. Das gibt dir das Gefühl, dass dein Leben auch ohne seine Nachricht erfüllt bleibt.
                          Innere Selbstgespräche: Wenn das Warten schwerfällt, erinnere dich: „Ich bin auch ohne ihn wertvoll. Sein Schweigen sagt nichts über meinen Wert aus.“ Solche Sätze können helfen, das Gefühl von Abhängigkeit zu durchbrechen (Affirmationen).
                          Gefühle klar trennen: Nähe zu wollen ist gesund. Abhängig zu sein, ob er sich meldet oder nicht, ist das, was dich schwächt. Das zu unterscheiden und dir zu sagen: „Das Bedürfnis nach Nähe darf da sein – aber mein Wert hängt nicht von seiner Reaktion ab“, kann entlastend wirken.
                          Unabhängigkeit entsteht nicht dadurch, dass dir das Bedürfnis nach Nähe verschwindet, sondern dass du lernst, auch ohne sofortige Antwort bei dir bleiben zu können. So entsteht nach und nach das Gefühl: Ich kann ihn wollen, aber ich brauche ihn nicht, um mich stabil zu fühlen.
                          Es geht also um beides: deine Bedürfnisse ehrlich mitteilen und gleichzeitig üben, den Kontakt zu dir selbst zu halten, wenn er nicht sofort verfügbar ist. Beides sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einer Beziehung auf Augenhöhe.
                          Liebe Grüße
                          Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

                          • Liebe Lea, ich danke Dir für Deine ausführliche Antwort und die wirklich hilfreichen und praktischen Tipps, das tut schon gut zu lesen… Und ja, ich hatte vor kurzem schon einmal dazu etwas ähnliches geschrieben und es bleibt mein grosses Thema, umso mehr Danke und liebe Grüsse Francesca

                          • Francesca veröffentlichte etwas Neues vor 10 Monaten

                            vor 10 Monaten

                            Ich habe eine Frage zu einer Situation neulich in meiner relativ jungen Beziehung (3 Monate):

                            Mir ging es psychisch nicht gut und ich hätte mir gewünscht, dass mein Freund über Nacht bei mir bleibt. Ich habe ihn auch gefragt, ob er bleiben will (allerdings nicht gebeten). Er kam aber von einer Reise und wollte lieber nach hause (was ich an sich verstehen kann, gleichzeitig war ich sehr enttäuscht, weil wir auch besprochen haben, dass es mir nicht gut geht und ich hoffte, er möchte mich so nicht alleine lassen).

                            Ich finde es so schwer, den anderen nicht einzuengen, zumal er ein “Freigeist” ist und nicht zu klammern, um ihn nicht zu “vertreiben” und dennoch zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen, wie kann das an dem Beispiel gelingen? Danke und LG Francesca

                            • Liebe Francesca,
                              ich kann gut verstehen, dass du enttäuscht warst. In dem Moment hast du dir einfach Halt gewünscht, gleichzeitig wolltest du ihn aber auch nicht bedrängen. Ich finde, das zeigt schon, dass dir seine Freiheit wichtig und bewusst ist und du gleichzeitig auch deine eigenen Bedürfnisse ernst nimmst – schon eine sehr reflektierte Haltung.
                              Hilfreich könnte es sein, deine Gefühle ohne Vorwürfe zu teilen, z. B.: „Mir ging es schlecht, und ich hätte mir sehr gewünscht, dass du bleibst. Ich verstehe, dass du müde warst und nach Hause wolltest – trotzdem war ich traurig, weil ich mich allein gefühlt habe.“ So machst du dich sichtbar, ohne Druck aufzubauen.
                              Gleichzeitig könnte es wertvoll sein, auch bei dir selbst anzusetzen: zu schauen, wie du dir in solchen Momenten Halt geben kannst, damit nicht alles von der Reaktion deines Partners abhängt. Andere können uns zwar unterstützen, aber nicht die volle Verantwortung für unser Wohl übernehmen. Beides – kommunizieren und dir aber auch versuchen selbst mehr Stabilität zu schenken – wäre daher mein Vorschlag für einen guten Umgang mit dieser Situation.
                              Liebe Grüße
                              Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

                            • Francesca veröffentlichte etwas Neues vor 10 Monaten

                              vor 10 Monaten

                              Ich habe eine Frage (an die Psychologinnen) zu den 3 Positionen der Wahrnehmung (Modul 2 Kurs Beziehungen auf Augenhöhe):

                              – Wenn ich sehr rasch eifersüchtig bin in einer Situation (Partner flirtet aus meiner Sicht etwas mit einer anderen, er sieht es freundschaftlich), bin ich dann zu sehr in Position 2 (bei ihm, aber ich nehme ihn ja evtl. auch verzerrt wahr) oder zu sehr in Position 1 (bei meinen Ängsten)?

                              • Liebe Francesca,

                                das ist eine sehr gute und differenzierte Frage. In deinem Beispiel bist du in erster Linie sehr stark in Position 1, aber nicht in einem balancierten Sinn, sondern eher gefangen in deiner emotionalen Reaktion. Gleichzeitig nimmst du ihn nicht wirklich aus Position 2 wahr, sondern interpretierst (evtl. verzerrt) durch den Filter deiner Angst.

                                Das bedeutet:

                                – Du fühlst in Position 1 (deine Eifersucht)

                                – Du glaubst, in Position 2 zu sein (seine Beweggründe zu erkennen)

                                – Tatsächlich fehlt aber die Position 3 – der Beobachter, der die Gefühle und die Situation sortieren könnte.

                                Heißt: Es ist weniger „zu sehr in Position 1 oder 2“, sondern eher ein Ungleichgewicht, weil Position 3 fehlt, die beides einordnet.

                                Ein hilfreicher Schritt wäre, innerlich in Position 3 zu gehen:

                                „Ich spüre gerade Eifersucht (Position 1). Ich nehme wahr, dass er es als harmlos empfindet (Position 2). Und jetzt schaue ich von außen: Was ist wirklich Fakt, was ist Interpretation?“

                                Das ist nur ein Angebot an Einordnung in die Positionen. Wichtig ist, dass du etwas damit anfangen kannst. Findest du dich darin wieder?

                                Liebe Grüße

                                Annalena aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

                                • Liebe Annalena, das ist sehr hilfreich für mich, vielen Dank! Lg Francesca

                                  Love
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                                • Francesca veröffentlichte etwas Neues vor 10 Monaten

                                  vor 10 Monaten

                                  Ich bin neu im Kurs Beziehungen auf Augenhöhe, mein Thema ist Verlustangst in Paar Beziehungen und ich würde mich freuen, mich auf dieser Plattform mit anderen, die auch gerad den Kurs machen, auszutauschen, vielleicht schreibt mir der eine oder andere einfach hier ? LG Francesca

                                  • Willkommen liebe Francesca,

                                    ich bin sicher, es gibt hier einige, die ähnliche Themen haben und sich gerne austauschen wollen. Schön, dass du hier bist! Ich wünsche dir schon mal einen guten Austausch. Melde dich gerne bei einer von uns, wenn du Unterstützung brauchst.

                                    Liebe Grüße

                                    Annalena aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

                                  • Francesca veröffentlichte etwas Neues vor 10 Monaten

                                    vor 10 Monaten

                                    Ich bin neu in dem Kurs und ich möchte gerne meine grosse Verlustangst in partnerschaflichen Beziehungen reduzieren, denn diese schränken mich sehr ein und ich durchlebe dabei grosse Angst und Traurigkeit (gerade wieder extrem in einer frischen Beziehung, obwohl es mir davor alleine recht gut ging)

                                    Marika Kessler
                                    1 Kommentar
                                    • Hallo Francesca,
                                      Danke, dass du so offen teilst, was dich gerade bewegt. Verlustangst in Beziehungen kann sehr belastend sein, gerade wenn sie so stark hochkommt wie bei dir jetzt in der frischen Partnerschaft. Umso wichtiger und mutiger ist es, dass du dir Unterstützung suchst und dich diesem Thema stellen möchtest.
                                      Ich wünsche dir, dass du hier Impulse findest, die dir helfen, deine Angst besser zu verstehen und Wege zu entwickeln, mit mehr Sicherheit und Vertrauen in Beziehung zu gehen. Schön, dass du dabei bist!
                                      Liebe Grüße
                                      Lea aus dem Team der Stefanie Stahl Akademie ☀

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